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TAGUNG - Medizinische Versorgung amputierter Kinder

28. März 2026 | 08:30 – 15:00 Uhr

*Vorläufige Agenda. Änderungen vorbehalten.

Ankommen & Eröffnung
08:30-09:15
30 Min

Anmeldung & Kaffee

Grußwort

Dr. Thomas Spies

Oberbürgermeister der Universitätsstadt Marburg · Schirmherr der Tagung

KI-Zusammenfassung

Thomas Spies eröffnet die Tagung mit einem klaren Verweis auf die Dringlichkeit des Themas und die erschütternde Lage verletzter Kinder in Gaza. Er betont, dass Marburg bereit sei, Verantwortung zu übernehmen, Plätze für besonders schutzbedürftige Kinder bereitzustellen und medizinische Hilfe zu ermöglichen. Zugleich kritisiert er deutlich, dass politische Zusagen zur Aufnahme verletzter Kinder bislang nicht ausreichend umgesetzt wurden. Die Tagung beschreibt er als Ort, an dem Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft zusammenkommen, um konkrete Hilfe vorzubereiten.

Volltext

Kann Fehler enthalten. Transkription durch KI.

Okay, das ist ja einen schönen guten Morgen, wünsche ich Ihnen zögere einen Moment, weil ich gerne einen wunderschönen guten Morgen wünschen möchte. Aber ich glaube, wunderschön wird der Morgen nicht bei dem Thema, mit dem wir uns heute beschäftigen. Wer offenherzig ist, wer über Mitgefühl und Empathie verfügt, den muss die Situation in Gaza und insbesondere die Situation der verletzten, beeinträchtigten, verstümmelten Kinder in Gaza zutiefst bewegen. Eigentlich ist es völlig unverständlich, wie jemand es schafft, daran vorbeizuschauen, wenn man sich die Bilder anschaut, wenn man die Berichte hört, wenn man die Schilderungen erfährt.

Aber manchmal ist es kompliziert. Heute werden Sie hier viel Input bekommen über die Situation von Kindern und Erwachsenen in Gaza und in Israel über aktuelle Entwicklungen, aber auch über die langen Linien vergangener Konflikte. Das wird auch eine fordernde Veranstaltung sein, für Sie alle. Umso mehr möchte ich mich bei allen bedanken, die sich darum kümmern, die sich engagieren, die am heutigen Tag hier dabei sind, die sich einsetzen dafür, dass ein Minimum an Humanität für die verletzten Kinder in Gaza geschaffen wird.

Herzlichen Dank an alle, die diese Veranstaltung organisiert haben. Wenn sich so intensiv damit zu beschäftigen, wie Sie es getan haben, ist glaube ich nicht leicht. Herzlichen Dank an all diejenigen, die sich tagtäglich einsetzen für Menschen, die oft außerhalb unserer unmittelbaren Lebensrealität leben, auch außerhalb unseres Stadt, unseres Landes, unserer Grenzen leben und die uns doch anrühren mit ihrem Schicksal. Gerade dieses Engagement von Menschen in unserer Stadt macht Marburg zu dem, was diese Stadt auszeichnet.

Eine Stadt, an dem wir nicht nur auf uns selber schauen, sondern immer weit über ihre Grenzen hinaus und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen für einander und für andere. Deshalb bin ich auch sehr dankbar, dass wir im vergangenen August im Marburger Stadtparlament einen so klaren Beschluss gefasst haben, den Antrag zur Aufnahme besonders schutzbedürftiger Kinder aus Israel und Gaza. Dass es bislang noch nicht zu einer Umsetzung gekommen ist, obwohl sich so viele Städte bereit erklärt haben, ist ohne Zweifel enttäuschend.

Aber das soll uns nicht hoffnungslos machen. Denn weiterhin gilt: Wir haben Platz. Wir haben Platz, um Kinder aufzunehmen. Wir haben die notwendige Expertise und vor allen Dingen, wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Und genau das zeigt diese Fachtagung in besonderer Weise. Sie ist ein starkes Zeichen dafür, dass Engagement nicht nachlässt und nicht nachlassen darf, weil politische Prozesse Zeit brauchen oder ins Stocken geraten. Und trotzdem darf man nicht aufgeben. Diese Tagung zeigt, dass wir dranbleiben, weiter denken, weiter arbeiten und weiter Verantwortung übernehmen wollen.

Hier kommen heute Menschen zusammen, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema schauen und die einen Austausch ermöglichen, der am Ende für alle bereichernd sein wird. Diese Vielfalt von Perspektiven ist eine große Stärke. Sie ermöglicht uns, eine komplexe Situation nicht nur zu analysieren, sondern auch menschlich zu verstehen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass genau darin unsere Kraft liegt, hier in Marburg, aber auch weit über unsere Stadtgrenzen hinaus. Wenn wir Wissen, Engagement und Menschlichkeit zusammenbringen, dann können wir wirklich etwas bewegen. Ich wünsche Ihnen allen für die heutige Tagung viele neue Erkenntnisse, einen spannenden Austausch, anregende Gespräche und vor allen Dingen die gemeinsame Zuversicht, dass unser Einsatz einen Nutzen bringt.

Vielen Dank und herzlich willkommen.

Grußwort

Dr. med. Gangolf Seitz

Vorsitzender, TERRA TECH Förderprojekte e. V.

KI-Zusammenfassung

Gangolf Seitz stellt TERRA TECH als langjährig engagierte Hilfsorganisation vor und ordnet die Tagung in die praktische humanitäre Arbeit des Vereins ein. Er betont, dass Hilfe in Kriegsgebieten oft erschwert oder unmöglich sei, weshalb funktionierende Unterstützungswege umso wichtiger seien. Die besondere Schutzbedürftigkeit amputierter Kinder steht für ihn im Zentrum. Seine Kernbotschaft ist, dass TERRA TECH als Katalysator, Vernetzer und Mitorganisator helfen will, konkrete Unterstützungsstrukturen aufzubauen.

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Hilfsprojekte in aller Welt zu organisieren, durchzuführen und rückblickend muss ich sagen, wir sind einigermaßen erfolgreich damit gewesen. Man kann nicht überall erfolgreich sein. Man kommt nicht überall hin, wo Hilfe benötigt wird. Gerade in der Situation von kriegerischen Auseinandersetzungen.

Ich denke zum Beispiel an den Bürgerkrieg in Haiti, der völlig vergessen ist, wo Banden gegeneinander kämpfen, wo sicherlich auch Kinder verletzt werden. Ich denke an den Krieg im Sudan, an den man auch nicht dran kommt. Man würde gerne Hilfe leisten, aber es ist nicht möglich. Umso mehr bin ich glücklich, dass es gelingt, in der Kriegssituation im Gazastreifen doch Hilfe leisten zu können.

Wir haben uns hier getroffen, um über das Schicksal einer besonders schutzbedürftigen und bedauernswerten Gruppe zu sprechen, nämlich der Kinder, denen Gliedmaßen amputiert werden mussten, weil es eben nicht anders ging, weil sie so schwer verletzt waren, dass es nicht anders ging.

Wir werden heute darüber reden, wie ihnen Hilfe gegeben werden kann, vor Ort in Israel, in Gaza und wenn es nicht anders geht, auch hier in Marburg. Wir haben eben von der Bereitschaft Marburgs und der Marburger gehört, auch hier ein Zeichen zu setzen und Bedürftige hier aufzunehmen und sie zu versorgen. Das ist schön und das ist nicht selbstverständlich und wir danken dafür.

Wir werden uns heute mit vielen Organisationen und Fachleuten darüber austauschen, wie so eine Hilfe vor Ort bewerkstelligt werden kann. Unsere Aufgabe als TERRA TECH sehe ich als eine Art Katalysator, der die Interessierten zusammenbringt und der sich auch darum bemühen muss, Geld aufzutreiben, denn das ist ein wesentlicher Motor der ganzen Angelegenheit.

Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis dieser Tagung, auf die Informationen, die wir austauschen werden, und ich wünsche uns allen einen informativen Tag. Informativ wird es sicherlich sein und ich freue mich auf das, was ich hier heute lernen werde. Danke schön.

Grußwort

Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg

Dekan, Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck

KI-Zusammenfassung

Burkhard von Dörnberg spricht aus kirchlicher und ethischer Perspektive über die Folgen von Gewalt. Mit dem Bild eines zerstörten Kuscheltiers veranschaulicht er, dass Zerstörung schnell geschieht, Heilung aber viel Zeit braucht und Spuren hinterlässt. Er leitet daraus eine Verpflichtung ab, verwundeten Kindern nicht nur Mitgefühl, sondern auch konkrete Hilfe entgegenzubringen. Die Kirche versteht er dabei als öffentliche und politische Unterstützerin dieses Anliegens.

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Guten Morgen. Wir unterstützen als evangelische Kirche, als Christinnen und Christen das, was Sie hier vorhaben, sehr gerne. Auch öffentlich und politisch soll umsetzbar werden, was im Moment schwierig scheint. Und wir haben gute Gründe dafür und um Ihnen das zu erklären, habe ich ein Kuscheltier mitgebracht.

Das sieht nicht mehr ganz so aus, wie es eigentlich aussehen sollte. Wer genau hinguckt, sieht: Es hat ein paar Löcher und ein paar Risse. Das kommt aus dem Konfirmandenunterricht. Wenn man versucht zu erklären, wie Konflikte funktionieren, dann merken junge Menschen sehr schnell: kaputtmachen geht schnell, zusammensetzen dauert viel, viel länger.

Der Arm abgerissen, den wieder anzunähen, ist viel komplizierter und es sieht nachher nie wieder so aus wie vorher. Was ich damit deutlich machen will, ist: Streit, Konflikt oder im Großen Krieg sind schnell vom Zaun gebrochen. Gewalt ist schnell ausgeübt. Die Bombe explodiert in einer Sekunde, aber das, was sie bewirkt, ist ganz schwer zu heilen.

Das hinterlässt immer Spuren. Darüber stelle ich gerne ein Psalmwort: Gott heilt, die zerbrochenen Herzens sind und verbindet ihre Wunden. Jede Verletzung bringt seelische Folgen mit sich, und das gilt ja auch für die Kinder, um die es hier geht. Die Wunden können nur verbunden werden. Sie bleiben in der Regel ein Leben lang.

Zugleich macht dieses Psalmwort deutlich: Es ist nicht hoffnungslos. Es gibt Menschen, durch die Heilung in die Welt kommt, und das sind Sie. Dafür ist diese Tagung gut und deswegen unterstützen wir Sie als evangelische Kirche gerne öffentlich und wünschen Ihnen von Herzen Gottes Segen, damit das gelingen mag zum Wohl der Menschen.

Jenseits aller Politik geht es nämlich genau darum, den Menschen zu helfen, die verwundet sind, damit Heilung wird und Heil da erfahrbar wird, wo jetzt Unheil ist. Dafür Ihnen allen Gottes Segen.

Grußwort

Prof. Dr. Michael Hertl

Dekan des Fachbereichs Medizin, Philipps-Universität Marburg

KI-Zusammenfassung

Michael Hertl betont, dass verletzte und traumatisierte Kinder die schutzlosesten Opfer von Krieg seien. Er warnt davor, angesichts der Bilder und politischen Komplexität wegzusehen, und plädiert für praktische Hilfe statt bloßer Betroffenheit. Die Universitätsmedizin Marburg sieht er in der Verantwortung, medizinische Versorgung, Ausbildung und konkrete Unterstützung anzubieten. Sein Appell richtet sich an alle Beteiligten, aus der Tagung einen belastbaren medizinischen Auftrag abzuleiten.

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Ja, guten Morgen miteinander und danke, dass wir auch mit dabei sein können. Ich denke, dass worum es hier geht, das Elementarste eigentlich ist, was uns Menschen betrifft. Wir stehen hier als Menschen aus der Politik, aus TERRA TECH, aus der Gesellschaft, aus der Medizin. Universitätsmedizin ist ja hier stark vertreten. Und deswegen bin ich auch froh, dass wir hier mal sprechen können.

Ich glaube, die Kinder, die traumatisiert sind in einem Krieg wie im Gazastreifen, aber auch anderswo, sind diejenigen, die mit dem politischen Geschehen gar keinen Einfluss nehmen können und letztendlich am Ende dieser ganzen Kaskade stehen. Das zeigt, wie verletzlich unsere Gesellschaft ist und wie schwierig es ist, etwas zu ändern, Menschen zu helfen.

Ich kann nur betonen: Es ist einfach wegzugucken. Wenn man die Bilder sieht aus dem Gazastreifen, dann ist man versucht wegzugucken, weil man es kaum ertragen kann, was man sieht. Und ich glaube, die politische Situation, dieses vermeintliche richtig oder falsch, die vielen Grautöne, machen es schwer zu helfen. Deswegen ist es wichtig, hier zusammenzukommen und ganz konkret zu überlegen, wie man helfen kann.

Ich kann nur betonen, dass wir vonseiten der Universitätsmedizin, was die medizinische Versorgung angeht, was aber auch vielleicht die Ausbildung von jungen Ärztinnen und Ärzten aus der Region angeht, versuchen möchten, dort zu helfen. Weil es hier um Menschen geht, weil es hier um Kinder geht, nicht nur um die offensichtlich verletzten, sondern auch um die traumatisierten Kinder.

Wir werden versuchen, von unserer Seite alles zu tun, was wir tun können. Wir sind bereit, uns auch auf eine gewisse Ungeduld einzulassen. Wir wollen nicht nur schöne Worte verlieren, wir möchten etwas machen. Bitte nutzen Sie uns, spannen Sie uns ein, seien Sie ruhig ungeduldig mit uns und lassen Sie uns mit konkreten Schritten etwas für diese Kinder und für diese Menschen tun, die Hilfe brauchen.

Grußwort

Aladin Atalla

Freundeskreis Palästinensische Familien Marburg

KI-Zusammenfassung

Aladin Atalla macht deutlich, dass das Thema für viele Betroffene nicht abstrakt, sondern zutiefst persönlich ist. Er schildert den Schmerz über massive familiäre Verluste und beschreibt die Tagung als Ausdruck von Menschlichkeit, nicht von parteipolitischer Positionierung. Ziel sei es, Menschen aus Medizin, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammenzubringen und daraus konkrete Lösungen für betroffene Kinder zu entwickeln. Zugleich versteht er die Veranstaltung als Signal an die Bundesregierung, humanitäre Hilfe zu ermöglichen und Verantwortung zu übernehmen.

Volltext

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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, sehr geehrter Professor Hertl, sehr geehrter Dr. Seitz, sehr geehrter Dr. von Dörnberg, sehr geehrte Damen und Herren. Zunächst möchte ich mich herzlich bei Ihnen allen bedanken. Ein besonderer Dank gilt der Schirmherrschaft dieser Veranstaltung durch Dr. Thomas Spies und ganz besonderer Dank gilt unserer Arbeitsgruppe, die seit Monaten an dieser Tagung arbeitet.

Mit den Grußworten aus Politik, humanitärer Hilfe, Wissenschaft, Religion und von betroffenen Familien wie mir selbst haben wir bewusst ein breites Spektrum abbilden wollen. Wir haben ein Programm aufgestellt, das unterschiedliche Perspektiven vereint, mit einem Ziel: konkrete Lösungen vor Ort zu finden und zugleich Verantwortung hier zu übernehmen.

Mit dieser Tagung wollen wir Menschen aus Medizin, Wissenschaft, humanitären Organisationen, Politik und Zivilgesellschaft zusammenbringen, um gemeinsam Lösungen zu diskutieren. Unser Ziel ist klar: Kindern, die von Krieg am stärksten betroffen sind und durch Gewalt schwer verletzt wurden, eine medizinische Perspektive zu geben. Dort, wo Hilfe vor Ort möglich ist, muss sie gestärkt werden. Dort, wo sie nicht möglich ist, müssen wir Wege finden, eine Behandlung auch hier in Deutschland zu ermöglichen.

Für viele, wie auch mich, ist dieses Thema nicht abstrakt. Es ist persönlich. Aus einer Betroffenheit heraus, wenn man die Tötung von über 70 Verwandten erfährt, entsteht ein Schmerz, der kaum in Worte zu fassen ist. Ein Schmerz, der das eigene Leben verändert, weil jeder Biss, jeder Schluck Wasser, jeder Arztbesuch und jede Freude von dem Gedanken begleitet wird, dass die eigene Familie in Gaza all das nicht hat.

Genau aus diesem Gefühl heraus entstand unser Antrieb, nicht aus der Politik, sondern aus der Menschlichkeit. Mit dieser Tagung wollen wir ein Signal an die Bundesregierung senden: für die Achtung des Völkerrechts, für einen verantwortungsvollen Umgang mit Waffen in Kriegsgebieten und dafür, dass humanitäre Hilfe unterstützt und nicht behindert wird.

Wir blicken auf schwere und dunkle Jahre zurück, doch mit dieser Veranstaltung wollen wir zeigen, dass wir nicht zu brechen sind, dass wir gemeinsam ein Leuchtturm der Hoffnung sein können und dass unser Einsatz kein Kampf gegeneinander ist, sondern ein Einsatz für das, was uns verbindet und zusammenbringt: für die Menschlichkeit.

Vielleicht kommen noch schwere Zeiten auf uns zu, aber geben Sie nicht auf. Lassen Sie uns gegenseitig füreinander da sein. Lassen Sie uns einander stärken. Familie hat einen unschätzbaren Wert und Menschlichkeit ist das, was siegt. Nutzen Sie diese Tagung, um miteinander zu sprechen, um Kontakte zu knüpfen und um gemeinsam etwas zu bewegen.

Vielen Dank für Ihr Kommen und vielen Dank für Ihr Engagement.

Block 1

09:00-10:30

Medizinische Versorgung zwischen lokaler Realität und internationaler Verantwortung

30 Min

Aktueller Lage Überblick zur medizinischen Infrastruktur in Gaza

Ahmad Abu Nada

(Online)

Arzt aus Gaza

KI-Zusammenfassung

Ahmad Abu Nada beschreibt die medizinische Infrastruktur in Gaza als massiv überlastet und in zentralen Bereichen zerstört oder funktionsunfähig. Er verweist auf fehlende Ressourcen, beschädigte Versorgungsketten und extreme Einschränkungen für medizinisches Personal. Die Versorgung Schwerverletzter, darunter viele Kinder, sei unter diesen Bedingungen nur noch eingeschränkt möglich. Seine Darstellung macht deutlich, dass Hilfe nicht nur auf individueller Ebene, sondern vor allem strukturell dringend nötig ist.

Volltext

Kann Fehler enthalten. Transkription durch KI.

Guten Morgen aus Gaza.

Mein Name ist Ahmad Abu Nada. Ich möchte in diesem Beitrag einen Überblick über die aktuelle Situation des Gesundheitssystems im Gazastreifen geben. Die medizinische Versorgung steht vor enormen Herausforderungen, die sich in vielen zentralen Bereichen zeigen.

Ich möchte dabei keine langen Statistiken vortragen, sondern über zerstörte Versorgungsstrukturen, begrenzte Operationskapazitäten, fehlende Materialien, mangelndes medizinisches Personal und den wachsenden Evakuierungsbedarf sprechen. Diese Faktoren beeinträchtigen die Versorgung direkt und stellen das gesamte System vor eine akute Belastungsprobe.

Ein zentrales Problem ist die massive Zerstörung medizinischer Infrastruktur. Krankenhäuser, Gesundheitszentren, Apotheken und andere Einrichtungen sind teilweise beschädigt oder vollständig außer Betrieb. Viele Menschen haben dadurch keinen Zugang mehr zu grundlegender medizinischer Versorgung. Auch die Logistik ist betroffen: Medikamente sind knapp, und viele Präparate fehlen vollständig. Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen oder Epilepsie erhalten ihre notwendigen Medikamente oft nicht mehr.

Auch medizinische Geräte fehlen. Die Geräte, mit denen wir arbeiten, sind beschädigt, überlastet oder nicht mehr funktionsfähig. Techniker versuchen immer wieder, sie zu reparieren und irgendwie am Laufen zu halten, aber das reicht oft nicht mehr aus.

Strom- und Wasserversorgung sind unzuverlässig. Um überhaupt Internet zu haben, bin ich in ein Zentrum gegangen, das noch einen Generator hat, um diesen Vortrag halten zu können. Und natürlich ist das nicht einfach.

Das führt dazu, dass selbst behandelbare Krankheiten lebensbedrohlich werden können. Die begrenzte OP-Kapazität ist ein weiteres gravierendes Problem. Eingeschränkte Möglichkeiten, Operationen durchzuführen, prägen unseren Alltag in den Operationssälen. Bei jedem Eingriff fehlen mehrere Dinge; oft fehlt sogar Nahtmaterial. Jeder Gefäßchirurg weiß, welches Material man für einen Bypass braucht. Manchmal muss ich persönlich zwei Anastomosen mit einer Naht versorgen. Das macht die Operation schwieriger, kostet mehr Zeit und erhöht das Risiko für Komplikationen. Das gilt natürlich auch für andere Fachrichtungen.

Viele Operationssäle sind beschädigt oder überlastet. Über ein Jahr haben wir in einem Krankenhaus nur in zwei Sälen operiert, und diese zwei Säle waren nur minimal versorgt. Stellen Sie sich vor: Wir bekommen durchschnittlich etwa 100 Verletzte pro Tag. An manchen Tagen waren es 400 Schussverletzte. Alle mussten in diesen zwei Operationssälen versorgt werden. Auch die peripheren Krankenhäuser, die teilweise noch arbeiteten, waren überlastet. Da spielt Priorisierung eine große Rolle: Wen soll ich behandeln? Wen soll ich sterben lassen? Das ist emotional und psychisch extrem belastend.

Materialien sind nicht da, Anästhesie ist begrenzt, funktionierende Geräte sind kaum vorhanden. Ärztinnen und Ärzte müssen Prioritäten setzen und oft entscheiden, wer zuerst behandelt wird. Besonders in akuten Fällen ist das nicht einfach. Das bedeutet, dass dringend notwendige Eingriffe verzögert oder gar nicht durchgeführt werden können. Die Folge ist oft Tod oder später eine Amputation.

Außerdem leidet das Gesundheitssystem erheblich unter Personalmangel. Viele Fachkräfte sind selbst betroffen, erschöpft und überarbeitet, gar nicht mehr einsatzfähig oder haben das Land verlassen. Viele sind im Gefängnis. Viele sind selbst krank und brauchen Hilfe. Die verbleibenden Teams arbeiten unter extremem Druck und häufig über ihre Belastungsgrenzen hinaus. Das wirkt sich nicht nur auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität der Versorgung aus.

Deshalb appellieren wir von Anfang an: Bitte holen Sie die Patientinnen und Patienten aus Gaza. Damit komme ich zum vierten Punkt: Evakuierungsbedarf. Das ist ein sehr kritischer Punkt. Patienten sterben, während sie auf eine Evakuierungsmöglichkeit warten, und täglich kommen weitere hinzu.

Viele Patientinnen und Patienten brauchen Behandlungen außerhalb Gazas: komplexe Operationen, Krebstherapien, Chemotherapie, Strahlentherapie und intensivmedizinische Versorgung. Das alles ist in Gaza oft nicht möglich. Die Intensivstationen leiden an jeder Kleinigkeit. Man darf diese Stationen nicht mit normalen Abteilungen außerhalb Gazas vergleichen. Die Situation ist im wörtlichen Sinne katastrophal. Man ist bei der Operation vorbereitet, man versorgt den Patienten, und dann kommt der Patient auf die Intensivstation und stirbt an Infektionen. Das ist sehr traurig.

Die Evakuierung in andere Regionen und Länder ist jedoch schwierig oder gar nicht möglich. Sie ist nicht nur verzögert, sondern oft nur in Einzelfällen möglich, und wer entscheidet, weiß niemand. Für viele Menschen bedeutet das eine erhebliche Verschlechterung ihrer gesundheitlichen Situation.

Ich muss sagen: Ich weiß nicht, wie ich diesen Vortrag gehalten habe. Ich sehe hier im Bild einen Teil meiner Familie, die ich sehr vermisse. Schöne Grüße an alle. Ich wäre sehr gern als Gefäßchirurg wieder in Marburg, in dieser schönen Stadt. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Ja, sehr geehrter Herr Dr. Abu Nada, es ist schwer, jetzt den Dank auszusprechen. Ich möchte mich aber ausdrücklich bei Ihnen bedanken, für diesen sehr eindrücklichen Vortrag und für die Arbeit, die Sie vor Ort jeden Tag leisten, unter Bedingungen, die für uns kaum vorstellbar sind.

Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und viel Kraft. Wir hoffen alle, dass sich die Situation so verbessert, dass wir Sie eines Tages wieder in Marburg begrüßen dürfen. Aber im Moment zählt Ihre Arbeit in Gaza, und wir hoffen, dass wir von hier aus die nötige Unterstützung leisten können und dass diese Tagung endlich zu Veränderungen beiträgt.

Vielen herzlichen Dank.

15 Min

Medizinische Versorgung vor Ort – Fallbeispiele aus Jordanien und Gaza

Bilal Abbassi - Restoring Hope Jordan

(Online) / (Englisch)

KI-Zusammenfassung

Bilal Abbassi schildert anhand praktischer Erfahrungen, wie Kinder aus Gaza in Jordanien und über Partnerstrukturen versorgt werden können. Er macht deutlich, dass Versorgung nicht mit einer Operation endet, sondern Rehabilitation, langfristige Begleitung und Reintegration in die Gemeinschaft einschließen muss. Besonders Kinder mit Amputationen benötigen nach seiner Darstellung kontinuierliche Aufmerksamkeit und multidisziplinäre Unterstützung. Der Vortrag ist stark anwendungsorientiert und zeigt, welche Versorgungsketten bereits aufgebaut wurden und wo ihre Grenzen liegen.

Volltext

Kann Fehler enthalten. Englischer Beitrag, durch KI transkribiert und übersetzt.

Als nächsten Sprecher begrüße ich Bilal Abbassi, Program Coordinator der Restoring Hope Society. Die Restoring Hope Society wurde mit der Mission gegründet, Prothesen und orthopädische Unterstützung für amputierte Menschen in Gaza bereitzustellen. Aber diese Arbeit ist mehr als medizinische Hilfe. Es geht auch um Würde, Selbstständigkeit und die Möglichkeit, ein Leben wieder aufzubauen.

Guten Morgen. Ich danke Ihnen für die Möglichkeit, heute bei Ihnen zu sein. Es tut mir leid, dass ich nicht persönlich da sein und nicht auf Deutsch sprechen kann, aber ich bin froh, Teil dieser Veranstaltung zu sein.

Seit vielen Jahren arbeite ich für Kinder in Krisenregionen. Deshalb weiß ich, dass man lange über Zahlen sprechen kann. Aber ich wollte heute vor allem die Kinder zeigen, die wir tatsächlich unterstützen. Diese Kinder sind keine Zahlen. Sie haben Namen, Geschichten, Wünsche und Zukunftspläne.

Viele Menschen glauben, eine Prothese sei bereits die Lösung. Aber das stimmt nicht. Eine Prothese allein reicht nicht aus. Entscheidend ist auch, was mit der mentalen Verfassung eines Kindes geschieht, mit seiner Hoffnung und mit seiner Bereitschaft, weiterzuleben.

Bei Kindern ist eine Amputation etwas grundlegend anderes als bei Erwachsenen. Eine Prothese muss regelmäßig angepasst und oft alle drei bis sechs Monate gewechselt werden, weil das Kind wächst. Damit entstehen dauerhafte Kosten, die viele Familien in Gaza nicht tragen können. Deshalb ist diese Hilfe kein einmaliger Service, sondern eine langfristige Verpflichtung.

Wir müssen diese Kinder mental, körperlich und sozial unterstützen. Wir müssen sie in Bildung und Alltag reintegrieren. Wir müssen auch die Gemeinschaft und die Lehrkräfte schulen, damit sie wissen, wie sie diese Kinder richtig begleiten können. Für Kinder, die ihre Eltern verloren haben, müssen wir in gewisser Weise selbst zu einer stützenden Familie werden.

Ein Beispiel ist ein Junge, der ein Bein und zugleich seine Eltern verloren hat. Er braucht nicht nur eine Prothese, sondern kontinuierliche psychosoziale Begleitung, Schutz und Perspektiven. Und weil er weiter wächst, muss auch seine Prothese immer wieder erneuert werden.

Deshalb haben wir ein Zentrum aufgebaut, das Kinder ganzheitlich unterstützen soll: mit Ernährungshilfe, mentaler Unterstützung, körperlicher Rehabilitation und schulischer Reintegration. Wir wollen nicht nur versorgen, sondern Hoffnung zurückgeben.

Ich könnte noch lange über die Bedürfnisse dieser Kinder sprechen. Aber der wichtigste Punkt ist: Die Unterstützung darf nicht nach der ersten Versorgung enden. Sie muss weitergehen, bis die Kinder wieder Teil ihrer Gemeinschaft sein können.

Vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben. Vor allem haben Sie uns die Kinder vor Augen geführt, für die wir arbeiten. Es geht nicht um Zahlen, sondern um Kinder mit Hoffnungen, Wünschen und Träumen. Vielen Dank für Ihr beeindruckendes Engagement.

15 Min

Medizinische Versorgung vor Ort – Perspektiven aus Israel

Mays Medleg - Physicians for Human Rights Israel

(Online) / (Englisch)

KI-Zusammenfassung

Mays Medleg bringt eine israelische Menschenrechtsperspektive in die Tagung ein und beschreibt die medizinische Verantwortung gegenüber Menschen in Gaza. Sie verweist auf die Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten in Israel und auf Bemühungen, Zugang zu Behandlung, Evakuierung und internationaler Unterstützung zu verbessern. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass medizinische Versorgung unter den bestehenden politischen und militärischen Bedingungen massiv behindert wird. Ihre Perspektive verbindet medizinische Praxis mit menschenrechtlicher Verantwortung.

Volltext

Kann Fehler enthalten. Englischer Beitrag, durch KI transkribiert und übersetzt.

Wir kommen nun zu einer weiteren wichtigen Perspektive auf die Gesundheitsversorgung in der Region: Physicians for Human Rights Israel. Ich freue mich, unsere nächste Sprecherin zu begrüßen. Sie wird Erfahrungen aus der Praxis und Forderungen an die internationale Gemeinschaft mit uns teilen.

Vielen Dank.

Ich spreche heute für Physicians for Human Rights Israel. Wir sind eine in Israel ansässige Menschenrechtsorganisation, die sich für das Recht auf Gesundheit für Menschen unter israelischer Kontrolle einsetzt: für Menschen in Gaza und im Westjordanland, für Menschen ohne legalen Status in Israel, für Inhaftierte und für weitere besonders verletzliche Gruppen. Neben unserer menschenrechtlichen Arbeit betreiben wir auch humanitäre und medizinische Angebote, darunter offene und mobile Kliniken.

Bevor wir über Zahlen, rechtliche Verfahren und Restriktionen sprechen, müssen wir über die Menschen hinter diesen Zahlen sprechen. Diese Zahlen sind Menschen, sie sind Kinder.

Ich möchte die Geschichte des Babys Alma erzählen. Alma litt an einer behandelbaren Erkrankung. In einem funktionierenden Gesundheitssystem wäre diese Behandlung möglich gewesen. Ihre lebensrettende Versorgung war nur rund 80 Kilometer entfernt, in einem Krankenhaus in Ostjerusalem, wo Ärztinnen und Ärzte auf sie gewartet haben. Aber wegen der Restriktionen erhielt sie keinen Zugang zu dieser Behandlung.

Mit schwerem Herzen muss ich sagen, dass wir durch unsere Kolleginnen und Kollegen informiert wurden, dass Alma gestorben ist. Ihre Mutter hatte bereits zuvor ein Kind verloren. Alma hätte gerettet werden können. Die Behandlung war verfügbar. Aber die auferlegten Restriktionen haben ihr diese lebensrettende Behandlung verwehrt.

Das Gesundheitssystem in Gaza ist unter den Angriffen zusammengebrochen. Zehntausende Patientinnen und Patienten haben keinen Zugang zu wichtiger und lebensrettender Behandlung. Nach Angaben der WHO ist nur noch etwa die Hälfte der Krankenhäuser funktionsfähig, und spezialisierte medizinische Versorgung ist weitgehend nicht mehr verfügbar.

Derzeit sind mehr als 18.500 Menschen auf medizinische Evakuierung angewiesen. Darunter sind viele Kinder. Gleichzeitig wird das System immer kritischer: zu wenig Personal, zu wenig Material, zu wenig Intensivkapazität und fast keine verlässlichen Wege für lebensrettende Verlegung.

Evakuierungen nach Ägypten oder Jordanien sind wichtig, aber sie sind kein Ersatz für funktionierende humanitäre Korridore zwischen Gaza, dem Westjordanland und Ostjerusalem. Die Distanz ist kurz, aber der Zugang bleibt blockiert. Mehr als 200 Kinder mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen können derzeit weder nach Jordanien noch nach Ägypten gebracht werden, obwohl sie die Behandlung dringend brauchen.

Auch Evakuierungen in Drittstaaten gehen zurück. Viele Länder haben nur begrenzte Aufnahmeprogramme, und bestimmte Zielstaaten nehmen nur klar definierte Fallgruppen auf. Für viele schwer kranke Kinder bedeutet das, dass sie zwar theoretisch eine Behandlung bräuchten, praktisch aber keinen erreichbaren Zielort haben.

Deshalb fordern wir nicht nur medizinische Evakuierungen in Drittstaaten. Wir fordern auch die Wiederherstellung humanitärer Korridore. Ein zentraler Punkt ist der Zugang zu den Krankenhäusern in Ostjerusalem. Dort gibt es Einrichtungen mit spezialisierter Versorgung, die geografisch nah sind, für Patientinnen und Patienten aus Gaza aber politisch fast unerreichbar gemacht wurden.

Wir haben deshalb eine Petition beim israelischen High Court eingereicht, um die Wiederöffnung des Korridors zwischen Gaza und dem Westjordanland beziehungsweise Ostjerusalem zu erreichen. Die Anhörung war ursprünglich für Januar vorgesehen und wurde auf Montag, den 30. März 2026, verlegt. Das ist eine wichtige Gelegenheit, diese Restriktionen juristisch anzugreifen.

Es gibt auch in Israel wachsende medizinische Unterstützung für diese Forderung. Leitende Ärztinnen und Ärzte sowie Krankenhaus- und Abteilungsleitungen haben sich angeschlossen. Darüber hinaus wurde eine breite öffentliche Kampagne aufgebaut, die von Tausenden Menschen unterstützt wird.

Ich möchte die internationale Gemeinschaft bitten, weiter Druck aufzubauen: für medizinische Evakuierungen, für die Öffnung humanitärer Korridore und für konkrete politische Schritte, die Patientinnen und Patienten tatsächlich Zugang zu Behandlung ermöglichen.

Vielen Dank für Ihre Perspektive. Wir alle hoffen, dass dieser Fall und die laufenden Bemühungen dazu beitragen, mehr Gerechtigkeit und mehr reale Handlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten in Gaza zu schaffen. Wir werden Ihre Botschaft weitertragen und weiter Druck auf unsere Regierungen ausüben. Vielen Dank auch für Ihre kontinuierliche Unterstützung der Menschen in Gaza.

15 Min

Internationale Verantwortung – Deutschland als Evakuierungsziel

Dr. Nacera Belala - Kinder Relief

(Online)

KI-Zusammenfassung

Nacera Belala beschreibt, warum Deutschland als Behandlungsort für schwer verletzte Kinder relevant ist und welche Hürden einer Evakuierung entgegenstehen. Sie zeigt auf, dass Jordanien und Ägypten wichtige Rollen spielen, dort aber Ressourcen, Fachpersonal und Nachsorgekapazitäten begrenzt sind. Zugleich berichtet sie, dass zahlreiche Kliniken in Deutschland ihre Bereitschaft zur Aufnahme signalisiert haben. Ihr Vortrag ist ein klarer Appell, medizinische Evakuierungen politisch zu ermöglichen, bürokratische Hürden abzubauen und die Gesundheitsinfrastruktur vor Ort besser zu schützen.

Volltext

Kann Fehler enthalten. Transkription durch KI.

Ich darf jetzt Dr. Nacera Belala begrüßen, die hier für Kinder Relief spricht und auf Deutsch vortragen wird. Als wir das letzte Mal miteinander gesprochen haben, war sie selbst noch in Gaza vor Ort und hat uns in unserer kleinen Arbeitsgruppe von der Situation dort berichtet. Wir sind sehr dankbar, dass sie das heute auch hier tut.

Bevor wir beginnen, noch ein kurzer Hinweis: Fragen sind selbstverständlich möglich. Bei den online zugeschalteten Vorträgen bitten wir Sie, Ihre Fragen nachher an das Team zu richten. Wir geben sie an die jeweiligen Referentinnen und Referenten weiter und veröffentlichen die Antworten auf unserer Website. Bitte bleiben Sie dabei möglichst eng bei den vorgestellten Themen.

Meine Kamera funktioniert im Moment leider nicht, aber ich hoffe, Sie können trotzdem meinen Bildschirm verfolgen. Vielen Dank für die Einladung. Ich möchte heute unsere Arbeit vorstellen und an vieles anschließen, was die Vorrednerinnen und Vorredner bereits gesagt haben.

Kinder Relief ist eine amerikanische Organisation mit dem Schwerpunkt medizinische Evakuierungen und humanitäre Hilfe für schwer kranke und schwer verletzte Kinder. Unser Fokus liegt derzeit zu 100 Prozent auf Gaza. Wir haben Teams in Jordanien und in Ägypten, die sich vor Ort um die Fälle kümmern und unsere Evakuierungen begleiten.

Es ist unheimlich wichtig, vor Ort Teams zu haben, die sich wirklich um alles kümmern, was mit Behörden, Aufnahme und Weitertransport zusammenhängt. Eine Evakuierung ist für die Familien und für die Kinder eine enorme Belastung. Häufig dauert sie mehr als zwölf Stunden. Viele Patienten brechen morgens in Gaza auf und erreichen ihr Ziel erst am Abend, häufig mit weiteren Transportwegen nach der Grenze.

Seit Beginn unserer Arbeit im Jahr 2023 konnten wir 130 Kinder aus Gaza evakuieren. Wir waren die erste Organisation, die eine medizinische Evakuierung in Zusammenarbeit mit einem europäischen Land durchgeführt hat. Damals gab es noch keine etablierten Abläufe, alles musste einzeln aufgebaut und abgestimmt werden.

Wir betreuen Kinder mit Kriegsverletzungen, orthopädischen und chirurgischen Verletzungen, Verbrennungen sowie mit schweren nicht kriegsbedingten Erkrankungen. Unsere Arbeit beschränkt sich also nicht nur auf akute Kriegsverletzungen, sondern umfasst auch Kinder, deren Behandlung in Gaza grundsätzlich nicht mehr möglich ist.

Meine Vorrednerin hat gerade Alma erwähnt. Für Alma hatten wir tatsächlich einen Behandlungsplatz in Jordanien gesichert. Sie sollte evakuiert werden. Nachdem sich der regionale Konflikt weiter zugespitzt hatte, wurde der Weg nach Jordanien jedoch geschlossen. Derzeit führt der einzige realistische Weg nach draußen wieder über Ägypten, und die Zahl der Plätze dort ist extrem klein. Die Chance, schnell auf eine Evakuierungsliste zu kommen, ist nahezu unmöglich.

Unser jüngster Patient war zwei Monate alt, unser ältester 16 Jahre. Darüber hinaus betreiben wir im Süden Gazas einen Medical Point, an dem wir versuchen, möglichst viel Basisversorgung, Versorgung chronisch Kranker und akute Unterstützung anzubieten. Damit wollen wir die extrem eingeschränkte Krankenhausinfrastruktur wenigstens punktuell entlasten.

Ich möchte drei Fallbeispiele nennen. Das erste ist Jihad. Er wurde bei einem Angriff auf Zelte in al-Mawasi verletzt und verlor beide unteren Extremitäten sowie mehrere Finger. Nach einem langen und komplizierten Verfahren konnten wir ihn zunächst nach Ägypten und anschließend nach Jacksonville in den USA bringen, wo er mit Prothesen versorgt wurde. Heute kann er wieder stehen, gehen und gemeinsam mit seinem kleinen Bruder in den Kindergarten gehen. Für ihn ist außerdem abgesichert, dass er bis zum 18. Lebensjahr weiter mit Prothesen versorgt wird.

Das zweite Beispiel ist Remas, ein 15-jähriges Mädchen mit einem komplexen Herzfehler. Sie wurde nach Ägypten evakuiert und brauchte dort eine spezialisierte Behandlung, die nur in einem privaten Krankenhaus möglich war. Das zeigt, dass eine Evakuierung allein noch keine Garantie für die tatsächlich notwendige Behandlung ist. Familien können diese Kosten nicht selbst tragen.

Das dritte Beispiel ist Ahmet. Er war das erste Kind, das wir evakuiert haben. Ahmet verlor bei einem Angriff beide Beine und hatte zuvor bereits seine Eltern verloren. Er wurde nach Italien gebracht und dort versorgt. Später konnte auch ein Teil seiner Familie nachkommen. Solche Fälle zeigen, dass unsere Arbeit nicht mit dem Transport endet. Wir müssen die Kinder langfristig begleiten, medizinisch, psychosozial und im Alltag.

Eine medizinische Evakuierung ist ein hochkomplexer Prozess, und die Abläufe ändern sich ständig. Grenzen werden geöffnet und wieder geschlossen. Anforderungen wechseln permanent. Zunächst müssen wir ein Krankenhaus finden, das das Kind aufnehmen kann. Dann braucht es ärztliche Berichte, Bewertungen und Priorisierung innerhalb der medizinischen Strukturen in Gaza. Parallel dazu laufen internationale Abstimmungen und Sicherheitsprüfungen.

Viele Patientinnen und Patienten mit Amputationen werden inzwischen gar nicht mehr priorisiert, weil ihre Fälle nicht als unmittelbar lebensbedrohlich eingestuft werden, obwohl sie dringend Prothesen, Operationen und Nachsorge brauchen. Gleichzeitig brauchen auch die Begleitpersonen Genehmigungen. Gerade bei Müttern gab es lange Zeit sehr viele Ablehnungen. Für Familien bedeutet das, dass sie plötzlich andere Angehörige suchen müssen, die ein schwer verletztes Kind begleiten können. Das ist emotional und organisatorisch kaum auszuhalten.

Wenn europäische Staaten beteiligt sind, kommen weitere Stellen hinzu. Dann müssen Visa, Aufnahmezusagen, Transportwege und die Zusammenarbeit mit den Behörden in den Transitländern organisiert werden. Realistisch gibt es nur wenige Routen: über Jordanien, über Ägypten oder in seltenen Fällen direkt über Israel. Der direkte Weg über Israel ist derzeit praktisch geschlossen.

Hinzu kommt, dass viele Fälle medizinisch extrem komplex sind. Wir haben mit zahlreichen deutschen Ärztinnen, Ärzten und Kliniken gesprochen. Selbst in Deutschland gab es Fälle, bei denen uns zurückgemeldet wurde, dass diese Verletzungen in dieser Form kaum je gesehen oder behandelt wurden. In Jordanien und Ägypten kommen zusätzlich begrenzte Kapazitäten, fehlende Geräte und hohe Kosten hinzu, insbesondere wenn eine intensivmedizinische oder hochspezialisierte Nachsorge notwendig ist.

Die Versorgung ist oft sehr teuer. Wir betreuen derzeit Kinder, deren Behandlungskosten bereits nach wenigen Monaten bei mehreren zehntausend US-Dollar liegen, obwohl viele Kliniken mit uns kooperieren und Leistungen so weit wie möglich reduzieren. Das zeigt, wie unrealistisch es ist, diese Last auf einzelne Familien oder wenige Hilfsorganisationen abzuwälzen.

Ein weiteres Problem ist, dass zu wenige Staaten überhaupt Kinder aufnehmen. Einige Länder haben ihre Quoten bereits erreicht. Italien gehört zu den engagiertesten Ländern in Europa, aber auch dort sind die Kapazitäten nicht unbegrenzt. Deutschland ist leider immer noch hinterher.

Dabei haben uns in Deutschland zahlreiche Kliniken und Ärzteteams ihre Bereitschaft signalisiert, Kinder aufzunehmen und zu behandeln. Trotzdem gab es über lange Zeit politische und bürokratische Hürden. Teilweise stand sogar die Forderung im Raum, Kinder ohne Begleitperson nach Deutschland zu schicken. Aber wer würde sein schwer verletztes Kind allein in ein fremdes Land schicken? Das ist für viele Familien nicht zumutbar.

Die Prozesse dauern insgesamt viel zu lange. Der Fall Alma hat das noch einmal schmerzhaft gezeigt. Ein weiteres großes Problem sind kurzfristige Grenzschließungen. Manchmal werden Evakuierungen erst im allerletzten Moment abgesagt, obwohl die Kinder und ihre Familien bereits auf dem Weg oder schon an Sammelpunkten sind. Die Konsequenz daraus ist, dass Kinder sterben, während sie warten.

International notwendig ist deshalb erstens die sofortige Öffnung aller relevanten Grenzen für medizinische Evakuierungen. Zweitens muss die Zahl der Aufnahmen deutlich steigen. Drittens brauchen auch Jordanien und Ägypten finanzielle und strukturelle Unterstützung, weil ihre Gesundheitssysteme diese Last nicht alleine tragen können. Viertens brauchen wir internationale medizinische Teams und einen besseren Schutz der Gesundheitsinfrastruktur in Gaza.

Deutschland könnte und sollte hier eine größere Rolle spielen. Wir haben über 30 Ärztinnen, Ärzte und Teams, die Bereitschaft signalisiert haben, Kinder aufzunehmen. Trotzdem wurden in den vergangenen 2,5 Jahren nur zwei Patientinnen oder Patienten nach Deutschland gebracht. Das steht in keinem Verhältnis zu den vorhandenen Möglichkeiten.

Deshalb richte ich einen klaren Appell an die Bundesregierung und an die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger: Nutzen Sie die vorhandenen medizinischen Kapazitäten, reduzieren Sie die bürokratischen Hürden und ermöglichen Sie deutlich mehr medizinische Evakuierungen. Es kann nicht sein, dass weiter Kinder auf Evakuierung warten und dabei sterben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wenn Sie Fragen haben, beantworte ich sie gerne.

10 Min

Diskussion & Fragen

Pause & Industrieausstellung10:30-11:00

Block 2

11:00-12:30

Medizinische, psychosoziale und soziale Folgen von Amputation im Kindesalter

15 Min

Medizinische Herausforderungen bei der Akutversorgung kindlicher Amputationsverletzungen

Prof. Steffen Ruchholtz

Universitätsklinikum Giessen und Marburg

KI-Zusammenfassung

Steffen Ruchholtz erläutert die chirurgischen und organisatorischen Herausforderungen bei akuten Amputationsverletzungen im Kindesalter. Er betont, dass Entscheidungen über Gliedmaßenerhalt oder Amputation immer unter Zeitdruck, Ressourcenknappheit und im jeweiligen Versorgungskontext getroffen werden müssen. Dabei könne eine Amputation in bestimmten Situationen die pragmatisch bessere Lösung sein als ein langwieriger, letztlich nicht erfolgreicher Erhaltungsversuch. Zentral ist für ihn eine strukturierte unfallchirurgische Versorgung, die medizinische Realität und spätere Lebensqualität gemeinsam berücksichtigt.

Volltext

Kann Fehler enthalten. Transkription durch KI.

Herr Prof. Dr. Ruchholz, Sie haben das Wort. Meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr geehrte Herr Seitz, herzlichen Dank für die Einladung als orthopäde und unverkehrt zu Ihnen sprechen zu dürfen.

Aus dem Titel hören Sie schon, dass ich mehr mit der Akutmedizin beschäftigt bin. Wir werden ja gleich noch einiges über die Rehabilitation besprechen, aber zunächst einmal geht es natürlich darum, überhaupt mal ein menschliches Wesen soweit zu bringen, dass er diese Rehabilitation erfahren kann. Und da gibt es natürlich auch einige Herausforderungen, die dann in Abhängigkeit natürlich, wo man sich befindet, unterschiedlich sein können. Ich habe versucht, als Akutmediziner in Marburgern ein kleines Bild für mich in die Situation vor Ort zu setzen und möchte da meine Überlegungen ganz kurz darstellen.

Zunächst einmal, ja, wir haben es mit einem extrem großen Anzahl an schwer verletzten Kindern im Gazastreifen zu tun und das ist aber leider Gottes nicht nur die einzige Wahrheit, es gibt auch noch andere Schauplätze, die uns sehr beschäftigen die Ukraine auch da, sind wir natürlich in Deutschland vielleicht etwas mehr belastet, interessanterweise als mit den Verletzten aus dem Gassastreifen. Die Zahlen, die wir gerade gesehen haben, die waren wirklich erschütternd. Wie wenig Hilfe wir leisten. Anders schaut es mit der Ukraine aus.

Da sind wir in Europa die stärkste Nation, die Hilfe leistet. Aber das heißt natürlich nicht, dass wir nicht auch in Gaza in der Pflicht sehen. Das sehe ich ganz genauso. Weltweit sind es Unmengen an schwer verletzten, verstümmelten Kindern, die täglich zu behandeln sind.

Aber guck mal jetzt mal zur akuten Behandlungssituation. Die Aufgabe an mich war ja nochmal darzustellen, wo liegen die medizinischen Herausforderungen? Und die liegen zunächst einmal darin zu behandeln das, was am dringlichsten ist. Und das gilt es zunächst einmal, die Wahrscheinlichkeit zu versterben, möglichst zu minimieren.

Und wenn man schaut, woran versterben Menschen nach einer akuten, dramatischen, stumpfen Verletzung dann ist es mehr oder weniger 50-50, entweder das Verbluten im Schock oder das schwere Schädelhirntrauma. Und insofern gilt ganz klar, treat first, what kills first. Das heißt, wir müssen zuerst in irgendeiner Art und Weise die Schock-Situation unter Kontrolle kriegen, dann möglicherweise die Beatmungssituationen, Patienten beatmen und dann gilt das schwere Schädelhirntrauma. Wenn wir den Schock nicht unter Kontrolle kriegen, haben wir leider keine Möglichkeiten, überhaupt noch weiter zu helfen.

Die Schockkontrolle bei einem schwer verletzten Patienten hat im Wesentlichen vier potenzielle Regionen, auf die wir uns fokussieren müssen, als Notfallmediziner oder als Chirurgen. Das ist natürlich die schwere Blutung im Bereich der Brust, im Bereich des Bauchs und dem Becken. Und das war natürlich vordertrünlich jetzt hier im Rahmen dieser Thematik die schweren Blutungen aus den Extremitäten. Interessanterweise ist das vor allem eben auch eine Region, die wir sogar am Unfallort schon recht schnell kontrollieren können.

wie wir das machen, wissen Sie oder werde ich Ihnen auf jeden Fall noch mal zeigen. Nur ganz kurz, die Herausforderung. Eine Schocksituation entsteht dadurch, dass man Blut verliert. Ganz klar, wenn ein traumatisierter Patient im Schock verstirbt, dann liegt es daran, nicht dass er einen Herzinfarkt hat, sondern dass er einfach seinen Blutvolumen verloren geht.

Und das Blutvolumen bei Kindern ist natürlich, wie Sie sich vorstellen, nicht besonders hoch. Bei Schulkindern liegt es ungefähr bei zwei Litern. Das heißt, wenn Sie bei 40 Prozent 90 Prozent Blutverlust schon im Leben bedrohliche Situation kommen, bedeutet es, der Blutverlust der Menge einer Tüte Milch reicht schon aus, ein Liter, um akut zu versterben. Das heißt, es geht darum jetzt möglichst schnell in der Frühphase zu verhindern, dass noch mehr Blut aus einem Menschen hinausläuft und da gilt es eben einfach bei den Extremitäten, es mit irgendwelchen Möglichkeiten, die man hat, die Extremität abzubinden.

Das kann entweder eine manuelle Kompression sein, das kann jeder Laie machen oder ein Kompressionsverband oder ein sogenannter Tönnike. Ein Tönnike ist eigentlich nichts anderes als eine Schlinge, die man um die Extremität legt, um die Blutung abzutrücken. Man denkt vielleicht als Laie im Gotteswillen, da stirbt das Bein ab und das geht kaputt. Ja, das mag schon stimmen, wenn man das über Stunden lang so lässt.

aber ein abgebundenes Bein, vollständig abgebunden, für drei, vier Stunden kann problemlos in der Klinik wieder mit professioneller Ärzteversorgung wieder angeschlossen werden und funktioniert ganz normal. Also man braucht keine Angst haben, auch wenn Ihnen das jetzt mal in einer Situation passiert, eine Extremität können Sie, müssen Sie sofort abbinden und die kann trotzdem gerettet werden. Das sind bei Kindern, also solche Situationen entweder Druckverbände oder eben der sogenannte Churniki, das robuste Abbind. Ja, ich bin auch gefragt worden, etwas zu den Amputaten zu sagen.

Natürlich, wenn man so eine dramatische Situation sieht, dass so eine Extremität verloren gegangen ist, fragt man sich, kann man das nicht doch irgendwie wieder annähen? Es muss doch möglich sein, ja, es ist möglich, aber setzt natürlich bestimmte Dinge voraus. Zunächst Das nächste Mal geht es darum, dass man überhaupt in der Lage ist, am Unfallorts die Extremität adäquat zu sichern. Das kennen Sie vielleicht noch aus Notfallkursen.

Also in einen trockenen Verband einwickeln. Da haben die Sanität dann sowas dabei. Dann kühles Wasser und Eis in ein Extrabeutel. Und dann kommt die Extremität in den Extrabeutel und dann in diese Flüssigkeit hinein.

Die sollte nicht direkt mit Eis und Wasser in Kontakt kommen. Und dann kann die wieder replantiert werden, theoretisch. kommt es natürlich dann auf weitere Punkte an und zwei entscheidende Punkte spielen dann eine Rolle, ob man replantiert oder nicht replantiert. Das eine ist eben die Situation des Schweresverletzten.

Ein Patient, auch in Deutschland, wer das so im Rahmen eines Verkehrsunfalls eine Extremität verliert oder nur ein Finger verliert und gleichzeitig in einer schweren Blutungsschocksituation ist aufgrund der meistens noch vorhandenen zusätzlichen anderen Lesionen im Bereich des Torax im Bereich des Bauchsam-Kopf, den würde man normalerweise nicht einer drei bis vier bis acht stündigen Replantationsoperation unterziehen. Auch hier würde man live before limp sorgen, dafür, dass er überlebt und meistens lässt sich das Amputat dann eben nicht mehr replantieren. Nur bei isolierten Verletzungen ist überhaupt soweit was denkbar. Und dann kommen wir zur nächsten Sache.

Okay, wir haben jetzt vielleicht eine isolierte Verletzung, aber so ein Arm, das kennen Sie ja vielleicht noch aus dem Biologieunterricht, besteht natürlich nicht nur aus Haut und Knochen und Muskeln, sondern auch Nerven und Gefäße und all die müssen wieder angeschlossen werden, damit beim Ende des Tages eine funktionsfähige Extremität kriegen. Das heißt, wir brauchen Kapazität für lange Operationen, so ein Arm, der wie gesagt sechs, acht Stunden Operationszeit ist da auf jeden Fall notwendig und wenn Sie dann, wenn man gerade gehört, wie limitierte Ressourcen sind, da hat man nicht die Zeit für einen einzelnen Patienten so viel Zeit aufzuwenden, was wirklich sehr bedauerlich ist. Dann brauchen sie mikrochirurgische Expertise. Es ist gerade angesprochen worden, dass sie da natürlich Spezialisten brauchen, die wir vielleicht auch nicht haben.

Sie brauchen auch Operationsmikroskope, um die feinen Nerven und Gefäße wiederzunehmen, Mikroinstrumente und das Nahtmaterial, der Kollege ganz am Anfang hat schon gesagt, ist extrem teuer und ist extrem sophisticated. Die Fäden sind zum Teil dünner als ein Haar. Das können Sie nur unter den Mikroskop sehen, um beispielsweise einen Nerven oder ein kleines Gefäß beim Kind wieder adäquat nähen zu können. Alles das brauchen Sie.

Und dann müssen Sie natürlich auch im Nachhinein das Follower absichern. Auch so ein Gefäß, was genäht worden ist, kann wieder thrombosieren. Das heißt, Sie brauchen dann einen Arzt, der notfalls in der Nacht wieder reinkommt, um nochmal die Operation wieder fortzuführen und die Examinität zu retten. Steht außer Zweifel, dass, wenn das in einem guten Setting gemacht wird und ich hoffe, dass Gaza eines Tages wieder in eine Situation kommt, in der man so etwas machen kann, dann kann man natürlich schon einiges erreichen.

Es hängt vom Patientenalter ab, hier jüngert eigentlich, das ist das Tragische, dass du besser ist, die Prognose. Ja, der Verletzung können Sie vorstellen, scharf durchtrennt, lässt sich leichter rekonstruieren, die Dauer, wie lange die Extremität vom Körper getrennt war, hängt davon ab. Aber Sie können selbst bei Replantationen an der Schulter zum Beispiel wieder ganz gute Ergebnisse kriegen, ein Drittel Funktion des Arms und beim Unterarms, welchen gleich zeigen sogar noch wesentlich bessere Ergebnisse. Also sie kriegen gerade bei Kindern schon eine teil funktionierende sensible Extremität, was natürlich fürs Leben schon eine ganz entscheidende Rolle spielt.

Hier so ein Beispiel für eine Handreplantation natürlich aus einem optimalen Setting herausnsehen, wie gut die Funktion da werden kann. Aber wir dürfen nicht vergessen, es sind leider Gottes eben nicht nur diese vollständigen Amputationen, die zu behandeln sind, auch im Gaserstreifen oder in Kriegssituationen, sondern es sind auch relativ einfache oder einfache Verletzungen der Extremitäten. Sogenannte offene Frakturen, also durch Trennung der Haut, ein bisschen der Muskulatur und eine Fraktur dazu. Da gibt es dann unterschiedliche Abstufungen, bis hin zu ganz komplexen Situationen und sagen, das ist dann schon fast eine subtotale Amputation, aber alles, das kommt in diesem Setting bei den Kindern am Gazastreifen in unterschiedlicher Ausprägung vor.

Und hier, das ist noch viel tragischer. Das sind dann Situation, die natürlich bei uns in unseren Breiten, nicht nicht sagen problemlos, aber gut behandelt werden können, muss deprediert werden. Der Patient braucht eine passende Antibiose, dann kommt ein fixer Trac-Szern drauf, der schien das Ganze, das geht sicherlich im Gaza-Streifen auch noch gut auf die Haut, eine Vakumsystem, da wird es schon schon schwieriger. Dann geht es los, diese großen Defekte müssen dann plastisch-chirurgisch gedeckt werden.

Dann kommt wieder der plastische Chirurg, der Mikrochirurg, die lange Operationszeit und so weiter. Aber wenn das alles möglich ist, dann kann man natürlich eine Extremität gut erhalten und dann sind wir wieder bei der Situation, dass natürlich bei den limitierten Ressourcen im Gazastreifen das kaum möglich wird, das bei jedem Kind umzusetzen. Das gibt nicht viele Studien zur aktuellen Situation, aber hier eine Publikation, die ich gefunden habe, an 110 Patienten im Gazastreifen versorgt, ein Viertel davon waren Kinder, zum größten Teil natürlich Explosionsverletzungen im Wesentlichen die unteren Extremitäten betroffen, aber sie sehen, das Entscheidende ist, sobald der Unterschenkel gebrochen ist, kommt es automatisch zur Zerreisung der Haut über den Knochen und dann kommt es schon zu einer Infektion und einer Knocheninfektion, einer chronischen Infektion und dann entstehen halt wirklich, jetzt weiter, dann entstehen sind halt relevante Komplikationen, die dann fast noch schlimmer sind als ein amputiertes Bein. Dann haben sie nämlich eine Frakturheilungsstörung, eine Wohnteilungsstörung, eine Belastungsstörung.

Sie können die Extremität nicht mehr belassen, weil die ist nicht zusammengewachsen. Sie kriegen chronische Infekte mit dauerhafter Eiterung, mit dauerhafter Belastung des Körpers und so weiter und so fort. Also das ist halt das Problem, dass wenn man so eine entsprechende Verletzung nicht adäquat und sofort richtig behandelt, dann kommt man möglicherweise in Situationen, die noch schlimmer ist als eine Amputation. Also, Indikationen für eine Amputation aus ärztlicher Sicht, grundsätzlich natürlich die unstellbare lebensbedrohliche Blutung, das haben wir gerade gelernt, aber eben auch dann die komplexe Extremitätenverletzung ganz in Abhängigkeit vom Zustand des Patienten und dem Hintergrund bestehenden Setting.

kann da mal die pragmatischere, bessere Lösung eine Amputation sein im Vergleich eben zum extremen Extremitäten erhalt. Auch wir sehen manchmal Situationen, wo wir das den Patienten dann zutun, wo aber dann letztendlich doch jahrelange Behandlungssituationen draußen stehen, wenn es eben von Anfang an nicht gut gelingt und wir den Patienten möglicherweise gar nicht so viel geholfen haben, wie wir hätten wollen. Und dann gibt es natürlich noch die Situation, in denen eben aus so einem erhaltenen Bein, primär haltenen Bein bei einer Infektion eine sogenannte Sepsis entsteht. Das ist also eine belastbare Infektion des gesamten Körpers und die Letalität daran können sich vorstellen in einem Land, in dem Antibiotika Mangelware sind, ist extrem groß, sie ist dann über 30 Prozent.

Der Vorteil also einer Amputation, so bitter das ist, der Patient erholt sich schneller, ist kürz am Krankenhaus, hat weniger Operationen und hat möglicherweise bei der unteren Extremität eine bessere Lebensqualität kommt schneller in sein privates Umfeld zurück. Der Nachteil, der Verlust der körperlichen Integrität, da werden wir jetzt gleich noch einiges von hören, da bin ich auch nicht der Spezialist dafür, aber die funktionellen sozialen psychologischen Konsequenzen, das Verlust ist eines Arms oder eines Beins, die natürlich auch erheblich und die müssen natürlich immer berücksichtigt werden und auch mit behandelt werden. Und auch, auch wenn man eine Prothese hat, und wir haben gerade schon gesehen, wir werden auch gerade noch mal dann zeigen, wie gut so eine Prothese theoretisch funktioniert, aber das bedeutet am Ende des ist, man ist ein Leben lang an eine Orthopädie-Mechaniker gebunden, da einen immer wieder unterstützt. Die Brothese erneuert, die Druckstellen, die entstehen müssen, entsprechend behandelt werden und so weiter.

Also eine Brothese, ein Verlust eines B1s bedeutet nicht automatisch, dass man dann ein Leben lang ruhe. Also auch das sehen wir bei unseren eigenen Patienten, bedeutet trotzdem eine lebenslange Führung. Das Grundprinzip der Amputation ist recht einfach. Einfach ein Depritmore, man kürzt den Knochen so kurz wie möglich und muss dann in Abhängigkeit von der Höhe, wo die schwere Verletzung war, eine Situation schaffen, in der dann ein belastbarer Stumpf entsteht.

Das heißt, es muss über den Knochen noch etwas Muskulatur, noch etwas Haut geschlagen werden. Und dann ist es eigentlich fast egal heutzutage mit der modernen Technik, die Sie heute noch kennenlernen werden, auf welche Höhe die Amputation ist. Man kann gerade an der unteren Extremität mittlerweile eine sehr gute funktionierende belastbare Extremität wiederherstellen. So ein Beispiel, so macht man das dann, trägt dann das Beinab, schlägt den Muskel um, dann ist der gut durchblutet, dann heilt der stumpf ab und dann kann der mit seiner Prothese versorgt werden.

Die Videos laufen jetzt leider nicht, aber wir haben natürlich auch die Situationen hier in Deutschland bei schweren Verkehrsunfällen oder bei Tumoren oder bei Infektionen, das wir auch bei jüngeren Leuten die Extremitäten amputieren müssen und an der unteren Extremität funktioniert es eigentlich hervorragend. Da kann man, glauben Sie es mir, die Videos laufen leider nicht, aber wirklich sehr gut laufen. An der oberen Extremität ist es natürlich eine ganz andere Herausforderung. Die oberen Extremität ist ja nicht belastet.

Also da ist die Herausforderung natürlich eher das Thema wie kann ich meinen Arm noch in den Alltag meines Einsatzes. Wir haben das gerade schon sehr schön gesehen, in dem Beispiel aus Jordanien, dass es heutzutage da gute Möglichkeiten der prothetischen Versorgung gibt. So das waren so die Anfänge der Funktionsstumpfversorgung, der Sauerbrucharm, da hat man so eine Knochenklamme gehabt, da kommt man noch einen Stift einklemmen, dann gab es so mechanische Prothesen. Heutzutage haben wir die sogenannten myoelektrischen Prothesen, die funktionieren so, dass über Sensoren im erhaltenen Muskel die Information, ob der die Hand geöffnet oder geschlossen werden soll, abgegriffen wird.

Also der Patient trainiert dann seine Muskelaktivierung, noch der restlässtes Stumpf vom Bezepsmuskel oder Drehzüber, was auch noch da ist, wird aktiviert und er kann daraufhin dann eben seine Brotese bewegen. Das werden wir auch sicherlich noch sehen. Das ist eine fantastische technische Möglichkeit, die da heute schon da ist. Problem ist noch ein bisschen, auch das kostet natürlich sehr, sehr viel Geld.

Die elektrischen Brotesen, die wir unseren Patienten hier aufsetzen können, sind sehr teuer. und das geht eben hin bis auch zum Oberarm, auch da geht das Video leider nicht, aber auch da können wir eine sehr gute Funktion haben hier wie bei diesem ukrainischen Soldaten, den wir behandelt haben. Also lassen Sie mich zusammenfassen aus akutmedizinischer Sicht geht es natürlich zunächst einmal um das Leben zu retten, das heißt eine Amputation ist manchmal eine lebensrettende Notfallmaßnahme um die Blutung zu stoppen. Makro-Replantationen von ganzen Extremitäten.

Ja, die sind möglich, aber nur unter optimalen Bedingungen und vor allem auch ohne den Patienten zusätzlich zu gefährden. Das gilt auch für uns. In limitierten medizinischen Ressourcen verhindert die Amputation sicherlich dauerhafte Komplikation, ist dann manchmal das kleinere Übel. An der unteren Extremität haben wir hervorragende Funktionen mit den mechanischen Prothesen und an der oberen Extremität.

Kriegen wir mit myoelektrischen Prothesen? Das muss nicht heute sein, muss nicht morgen sein. Das kann bei jemandem, der heute im Gasstreifen verletzt worden ist und vielleicht in fünf oder zehn Jahren dann soweit ist, dass man eben so eine Prothese ansetzt auch noch gemacht werden, also da ist dann immerhin auch noch ein bisschen Hoffnung, dass vielleicht in Zukunft dem eilern geholfen werden kann, dem heute noch nicht geholfen werden kann. Dann bedanke ich mich ganz herzlich für die Möglichkeit hier vorzutragen und wünsche Ihnen weiterhin erfolgreiches Symposium mit möglichst viel Effekt hintenraus, dass den kleinen Patienten auch wirklich geholfen werden kann.

Wir haben uns auf jeden Fall auch theoretisch schon bereit erklärt, solche Patienten aufzunehmen. Müssen wir mal schauen, wie das dann klappt mit der Ausreise. Da wird sicherlich mal eine Möglichkeit geben, aber ich bin mir sicher, dass Uniklinikum Marburg steht da auf jeden Fall auf Ihrer Seite. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Sie sind jetzt in Person. Darf ich Ihnen persönlich danken? Ach Gott, das ist alles.

Das sind Dachlinke tatsächlich aus Kanziner und auch des Turbis. Der letzte Juli stell das jetzt einmal vor. Das ist bei den anderen, bei Vorträumtier das Gleiche, was eben auch über eine Reise nach Kaliziner spricht. Ich denke da können Sie vielleicht einmal das, was Sie heute Erzeiter auch praktisch gibt, es dadurch dann vieles aufkennen werden und das möchten wir Ihnen einfach gerne schenken.

Wir sind wirklich dankbar. Besonders dankbar natürlich gerade auch für Ihre letzten Worte. Der Sortag für mich als Leih war wunderbar zu verstehen. Ich bin wirklich dankbar, dass Sie als letztes gesagt haben, dass ich das, was mich als Politologin am glücklichsten macht, und dass Sie uns auch Ihren Unterstützung vom KGF zurückgreifen haben.

Vielen, vielen Dank.

15 Min

Phantomschmerz bei Kindern

Dr. Christian Volberg

Universitätsklinikum Giessen und Marburg

KI-Zusammenfassung

Christian Volberg erklärt, dass Phantomschmerzen bei Kindern zwar vergleichsweise selten thematisiert, aber klinisch sehr relevant sind. Er beschreibt präventive und therapeutische Strategien wie regionale Schmerzkatheter, lokale Betäubung und begleitende medikamentöse Verfahren. Wichtig ist für ihn, dass Schmerzen nicht erst nachträglich behandelt, sondern möglichst früh verhindert werden. Darüber hinaus plädiert er für mehr wissenschaftliche Begleitung, weil die Datenlage zu kindlichen Amputationen und deren Folgen begrenzt ist.

Volltext

Kann Fehler enthalten. Transkription durch KI.

also langjährige Erfahrungen in der Behandlung von Phantomschmerzen bei Kindern, das würde ich jetzt nicht unterschreiben. Auch ich musste mich in diesen Vortrag erst mal einarbeiten, weil das ist natürlich nichts, was wir täglich erleben. Ja, also in Deutschland ist die Zahl der Amputationen bei Kindern relativ gering und fällt meistens dann auch tatsächlich noch in die Behandlung der Kinder, Chirurgen und Kinderärzte, so dass ich als erwachsene Mediziner da eher wenig einblick habe. Aber die Sachen sind gleich, also von daher kann ich hoffentlich trotzdem etwas zu den Phantomschmerzen, die ja für alle Patienten, die amputationen leiden mussten, sehr relevant sind, beitragen.

Genau, mein Name ist Christian Volberg. Ich bin Oberarzt der Anästhesie, hier am Universitätsklinikum Marburg in der Schmerztherapie und Palliativmedizin hauptsächlich tätig und erzähle Ihnen jetzt ein bisschen etwas zu Phantomschmerzen. Die Interessenkonflikte sind obligat, nichts, was mich hier irgendwie beeinflussen würde. Worauf ich heute mit Ihnen eingehen möchte, ist zum einen, Ihnen etwas darzustellen zur Physiologie und Pathophysiologie von Schmerzen.

Wer entsteht das überhaupt? Dann gezielt auf den Phantomschmerz und Begleiterscheinungen nach Amputationen eingehen, Ihnen medikamentöse und nicht medikamentöse Behandlungsverfahren vorstellen. Nun, Sie haben das ja eben auch schon bei den Bildern von Professor Ruchholz gesehen. Letztlich bestehen wir ja aus mehr als aus Haut und Knochen.

Und was für die Schmerzempfindung wichtig ist, ist natürlich unser Nervensystem. Also wir haben überall in den Körperoberflächen freie Nervenendigungen liegen. Das sind unsere Schmerzrezeptoren, die auf ganz unterschiedliche Substanzen zum Beispiel reagieren. Aber wie Sie das hier oben auch sehen, haben wir hier auch so mechanische Reize, ja, also auch so was wie Druck, Hitze und so weiter, sind ja Dinge, die uns Schmerzen bereiten.

Das kennen Sie selber, wenn Sie zu hart angefasst werden oder die Hand versehentlich an einer heißen Herdplatte halten, empfinden Sie Schmerz. Und diese Schmerzrezeptoren verbinden sich ja dann in den Nerven und leiten dann über das Rückenmark-Zentral ins Gehirn. Wir haben mehrere Schaltstellen für die Schmerzverarbeitung, also auch letztlich Hemmmechanismen, damit wir halt auch Schmerzen kontrollieren können, weil sonst würden wir viel zu viele Reize als schmerzhaft erleben. Und da gibt es erstmal auf Spinaler-Ebene hier beim Rückenmark letztlich schon Schaltstationen, dass erst mal eine gewisse Triggerintensität erfolgen muss, damit Schmerz überhaupt weitergeleitet wird.

Und im Gehirn zentral gibt es dann die verschiedenen Bereiche, die den Schmerz auf unterschiedliche Art und Weise letztlich verarbeiten. Also wir haben die Großhörnrinde, wo Sie schon sehen, das ist für die Lokalisation des Schmerzes notwendig. Also wo haben wir denn gerade die Schädigungen? Wir haben im Vorderhörn letztlich eine Bewertung, dass wir das auch einteilen an dem, was wir gelernt haben.

Und das limbische System ist dort, wo letztlich so unsere Emotionen, unsere Aufmerksamkeit und so weiter sitzt. Und dort wird letztlich dann auch eine emotionale Bewertung durchgeführt. Und da kommen wir nachher noch drauf, dass Schmerz eben auch wesentlich mehr ist, als einfach nur eine Reizung von Schmerzrezeptoren, sondern einfach mit vielen Aspekten verbunden ist. Wie ist es jetzt bei dem Phantomschmerz?

Nun, letztlich die Impulsverarbeitung findet halt da in der großen Rinde im sensormotorischen Cortex statt. Da ist quasi unser Körper abgebildet und die einzelnen Regionen sind dort letztlich hinterlegt. Das heißt, unser Gehirn weiß, okay, hier aus dem rechten Bein, wenn da, wenn ich in ein Nagel trete, dann tut das da unten weh und kann das quasi letztlich zurückführen. Aber bei der Amputation fehlen halt letztlich die Nervenimpulse aus dem amputierten Bereich.

Also das Bein zum Beispiel oder der Arm ist ja nicht mehr da und das ist etwas, was das Gehirn nicht kennt. Also das Gehirn kann halt nicht umschalten und sagen hier fehlt jetzt die Extremität, weil das ist nicht natürlich. Und dementsprechend ist die Theorie, die hinter Amputationsschmerzen steckt, hinter dem Phantomschmerz, dass letztlich Impulse, die aus Nachbarregionen eingehen, in diesem Bereich verarbeitet werden, der eigentlich für die Extremität steht, die einmal da war, ja und dass wir deswegen trotzdem Schmerzen empfinden können, obwohl das Bein der Arm, was auch immer gar nicht mehr vorhanden ist, ja. Also das letztlich, das gehören sich die Informationen aus Nachbarbereichen holt und dann denkt es tut trotzdem zum Beispiel im rechten Bein weh, obwohl das fehlt, ja.

Und gerade bei Menschen, die schon im Vorfeldschmerzen chronisch hatten. Also wir sehen das gerade hier in Deutschland natürlich bei unseren Patienten, die z. B. eine Polyneuropathie haben, eine Nervenschädigung durch, z.

B. Diabetes. Dort vielleicht lange Zeit schon offene Wunden hatten, bis man irgendwann die Durchblutung so schlecht ist, dass man sagt, man muss das Bein amputieren. Und wenn Leute vorher schon chronisch schmerzen hatten, dann ist ein Schmerzgedächt nicht angelegt und dieser Bereich wird deswegen einfach weiter als schmerzhaft empfunden.

So, Schmerz, und das hatte ich hier gerade schon angedeutet, ist aber mehr als einfach nur eine unangenehme Empfindung und eine Reizung von Schmerzrezeptoren. Wir haben das sogenannte biopsychosoziale Modell der Schmerzentstehung, und Sie sehen hier schon, dass neben den physiologischen Grundlagen, nämlich der Reizleitung, auch die Psyche und das soziale Umfeld hinein spielt. Und ich denke, da werden auch die späteren Vorträge noch darauf eingehen, wie wichtig hier auch einfach die Unterstützung in diesen Bereichen ist. Und das wissen wir auch aus der Schmerztherapie, dass wir nämlich nicht nur einfach sagen können, auch ja, jemand hat Schmerzen und wir geben jetzt ein paar Schmerzmedikamente und dann ist alles gut, sondern dass wir die Menschen, die betroffen sind, natürlich auch in ihrem psychischen Wohlbefinden fördern und auch in ihrer sozialen Umgebung.

Denn gerade Amputation haben natürlich einen hohen Einfluss auf das eigene Erleben. Also wie sehe ich mich als Mensch? Etwas fehlt auf einmal von mir. Das hat starke psychische Belastungen zur Folge.

Aber natürlich auch das soziale Umfeld. Man ist vielleicht nicht mehr so leistungsfähig. Man ist ausgegrenzt oder fühlt sich ausgrenzt und auch das führt dazu, dass Schmerzen verstärkt wahrgenommen werden. Sie alle kennen das.

Wenn es Ihnen schlecht geht, wenn Sie einfach mal misst drauf sind, dann tut der der tritt, wenn sie sich irgendwo stoßen, so an einer Bettkante oder sowas wesentlich mehr weh, als wenn es ihnen gut geht. Ja, da nehmen sie das mit unter gar nicht wahr. Ja und deswegen ist es wichtig, dass wir ein multimodales Schmerzkonzept durchführen, nämlich nicht nur Schmerzmedikamente verabreichen, sondern auch die psychischen und sozialen Folgen mit behandeln, damit sich die Menschen in ihrem Körper einfach auch wohl fühlen und zum Beispiel Depressionen adäquat behandelt werden. Wann kommt es zu Phantomschmerzen?

Besonders häufig, das hatte ich ja eben schon angedeutet, ist es bei vorher bestehenden chronischen Schmerzen. Die obere Extremität, wenn diese abgenommen wird, ist oftmals betroffener als wenn die untere Extremität betroffen ist. Großflächige Amputation, also je größer der Bereich, desto stärker ist auch hier der Schmerzempfinden. Schmerz empfinden.

Also je näher ich am Körper amputiere, umso stärker ist der Schmerz. Ja, also proximal ist immer Körper nahe. Also das heißt, wenn ich die Mitte des Oberschenkels abnehme, ist es wesentlich schmerzhafter, als wenn es zum Beispiel nur der Unterschenkel ist. Innerhalb des ersten Jahres sind tatsächlich Phantomschmerzen im Manendissen, also am stärksten bei über 80 Prozent der betroffenen Patientinnen und Patienten.

Und Kinder haben auch wesentlich stärkere Schmerzen. Das Gute ist allerdings bei Kinder, dass die Dauer relativ begrenzt ist, weil sich das Gehirn noch in der Entwicklung befindet und deswegen auch diese Bereiche noch nicht so ausgeprägt sind wie bei Erwachsenen. Also das, was ich eben gesagt habe, dass diese Landkarte einfach vorgibt, von wegen hier ist das rechte Bein verortet, das ist bei Kindern noch nicht so stark ausgeprägt und deswegen noch modulationsfähig und deswegen ist die Reorganisation des Gehirns hier etwas Vorteilhaftes, weswegen Kinder den phantomischen Schmerz zwar initial stärker empfinden, aber im Verlauf dann doch besser organisiert bekommen. Wie fühlt sich das Ganze an?

Die Ausprägungen sind meist nervenschmerzen, neuropatische Schmerzen, die sind einschießend elektrisierend brennendes Gefühl und sie treten intermittierend auf. Es ist nicht so, dass die Patienten diese Schmerzen konsequent die ganze Zeit haben, sondern sie kommen oftmals so attackenförmig, dass sie dann auf einmal starke Schmerzen haben. Neben Phantomschmerzen müssen wir auch noch über die Phantomsensationen und die Stumpfschmerzen sprechen. Phantomsensationen sind letztlich nicht schmerzhafte Empfindungen, also dass man auch in der amputierten Gliedmaße trotzdem so etwas empfindet wie Jucken, Bewegungen, Berührungen, Druck- und Temperaturempfindungen, was aber natürlich auch nicht wirklich gefühlt werden kann.

Also nehmen Schmerz ist auch das etwas, was den Patienten mit Unterprobleme bereitet, weil stellen sie sich vor, ihr Fuß juckt und sie können sich nicht kratzen. Also wie unangenehm ist das? Das ist ja manchmal noch schlimmer als wirklicher Schmerz. Dann wird auch oftmals von einer Fehlstellung der Extremität berichtet, also dass die Patientinnen und Patienten das Gefühl haben, der amputierte Bereich steht irgendwie komisch und es gibt den sogenannten Teleskopeffekt.

Das ist, wenn man zum Beispiel den Arm nimmt und diesen amputiert, dass das Gefühl ist, die Hand würde immer näher an den Körper heran sich ziehen. Also das kommt so über die Zeit und das wird Teleskopeffekt genannt, dass dann letztlich die Hand auf einmal an der Schulter wahrgenommen wird. Und dann Dann haben wir noch abzugrenzen von den Phantomschmerzen, die Stumpfschmerzen. Das ist tatsächlich oftmals, wenn Prothesen vielleicht nicht passgenau sind, wenn sich Infektionen oder so etwas einschleichen, weil vielleicht Druckstellen entstehen.

Dann haben die Patientinnen und Patienten nicht hier nochmal einen sogenannten notzizeptiven Wundschmerz, der ist abzugrenzen zu diesem Nervenschmerzen, den europatischen Schmerz und der entsteht meistens dadurch, dass hier Druckstellen wundern und so weiter auftreten. Wie sehen die medikamentösen Behandlungsverfahren aus? Nun, ganz wichtig ist tatsächlich die Regionalanästhesie. Also, wenn wir geplante Amputationen haben, gerade so in der Gefäßchirurgie oder in der Unfallchirurgie ist das ja häufiger mal der Fall, dann agieren wir hier als Anästhesisten schon präventiv, dass wir halt Schmerzkatheter anlegen.

Die Kollegen initiieren oftmals auch ein lokales Betäubungsmittel direkt in den Nerv, also der liegt ja dann frei, wenn die Gliedmasse abgenommen wird, sodass der Nerv direkt erst mal betäubt wird mit einem langwirksamen lokalen Betäubungsmittel. Und wir postoperativ für circa zwei Wochen immer noch einen Katheter mit dem Lokal-Anesthetikum direkt an dem Nerv haben, damit der weiterhin betäubt wird. Das ist wichtig, damit dieser Nerv, der akut geschädigt ist und permanent Impulse nach oben ins Gehirn feuert, weil er verletzt ist, einfach ruhig gestellt wird. Das heißt, wir machen das präventiv und therapeutisch.

heute im Rahmen der Operation. Das ist natürlich die Schwierigkeit, die wir haben, wenn es im Rahmen von Kriegsverletzungen zu akuten Amputationen kommt, weil das dann oftmals nicht möglich ist. Zusätzlich kann man sogenannte NMDR Rezeptor-Antagonisten verabreichen. Ketanest ist hier so ein Medikament, was speziell im Gehirn dann einen Zustand hervorruft, der so einen Zustand, dass man das Ganze nicht so richtig verarbeitet hervorruft.

Das machen wir auch präventiv, intraoperativ, dass wir diese Medikamente einfach mit verabreichen. Das ist auch Leitlinienkonform, dass sie verabreicht werden sollen. Dann ist auch ganz wichtig, dass antidepressiver in der Therapie des Nervenschmerzes verabreicht werden. Etwas, was ich ja am Anfang schon angesprochen habe im Rahmen des biopsychosozialen Modells, ist es wichtig, dass wir hier Depressionen vorbeugen und zusätzlich funktioniert die Schmerzhemmung letztlich auch darüber, dass Serotonin und Neuadrenalin, das sind Wirkstoffe, die bei der Depression zu selten ausgeschüttet werden, dass die verstärkt vorgehalten werden, weil das ist letztlich der eigene Hemmmechanismus des Körpers, dass Schmerzen gehemmt werden.

Und wenn wir diese Substanzen letztlich anreichern können durch die Antidepressiva, die das machen, dann können wir letztlich die Schmerzhemmung fördern. Zusätzlich Antikonvulsiver, also Medikamente, die wir aus der Epilepsie-Therapie kennen, die aber die Reizweiterleitung beeinflussen über Natrium- und Calzumkanäle, sowas wie Prägarballin und Gabapentin sind dazu nennen. Dann aber auch natürlich starke Medikamente, Opioidemorphiumderivate. Und dann, wenn das alles nicht hilft, kann man auch, was gerade noch so ein bisschen in der Erforschung ist, so was wie Botolinumtoxin, also das Botox nehmen.

Auch das hemmt die Nervenleitung Lidukaingel, das ist ein Medikament der Lokalanesthesie, was auch gelförmig aufgetragen werden kann auf die Haut. Und Kapsaicin, das ist tatsächlich ganz interessant, Kapsaicin ist der scharfe Stoff aus der Chili-Schote und der ödet letztlich die Nervenendigungen, die frei liegen und dadurch feuern die Nerven nicht mehr so stark und das hilft dann auch letztlich in der Schmerztherapie. Bei Kindern ist die Schwierigkeit, dass diese meisten Medikamente einfach nicht erprobt sind und keine Zulassung haben. Ja, also das heißt, wir bewegen uns dann immer in einer Grauzone, weil wir keine reguläre Zulassung für diese Medikamente haben und das natürlich schwierig ist, weil es keine Studien hier zu gibt und wir gar nicht sagen können, ob das von den Erwachsenen einfach eins zu eins auf Kinder übertragen werden kann.

Das ist die Schwierigkeit in der medikamentösen Behandlung von Kindern. Dann gibt es aber auch nicht medikamentöse Behandlungsverfahren und da möchte ich Ihnen einige vorstellen. Zum ersten ist ganz wichtig die Chirurgische Technik. Also hier ist es wichtig, dass der Chirurg eine gute Abdeckung des Nerfs, der letztlich verbleibt, macht.

Also mit Muskeln und Haut, das hatte Professor Ruchholz ja eben auch schematisch dargestellt, wie das passiert, dann lässt sich den Nerven gut abholstert, damit nicht so häufig ein Impuls generiert wird. Das ist auch natürlich schwierig in der Kriegssituation, wo es natürlich gerade darum geht, erst mal das Überleben zu retten. ist etwas anderes als wenn man das geplant macht. Die Spiegeltherapie ist eine physio- und ergotherapeutische Maßnahme, die im Nachgang angewendet wird.

Und zwar wird ein Spiegel quasi aufgestellt und die Patientin sieht dann im Spiegel die noch vorhandene Extremität und das Gehirn reorganisiert sich dann, weil es denkt, wie Sie das ja auch hier auf dem Bild sehen, dass die nicht mehr vorhandene Extremität stimuliert wird. Also hier wird dann letztlich diese fehlende Extremität dem Körper vorgegaukelt. Und das ist natürlich sehr zeitintensiv, die Ergo- und Physiotherapeuten machen das bei uns in der Klinik. Dann gibt es noch TENS.

TENS steht für transkutane elektrische Nervenstimulation und hier haben wir also ein Elektrodensystem, was Sie hier sehen und durch Reizung von Nervenfasern, die keine Schmerzen generieren, soll die Weiterleitung von Schmerzsignalen gehemmt werden. Und das kann man halt dann auch sehr gut auf den Stumpf aufkleben und letztlich hier mit den Phantomschmerz therapieren. Wir nutzen das auch in der chronischen Schmerztherapie sehr häufig, auch so bei Rückenschmerzen und so weiter ist TENS ein Gerät, was einfach zu Hause verwendet werden kann nach einer kurzen Anleitung. Weiterhin ist auch die psychologische Intervention und auch so etwas wie Hypnose hilfreich in der Bewältigung von Phantomschmerz, gerade auch in Verbindung mit Traumaerfahrung nützlich.

Da kommen wir sicherlich in den nächsten Vorträgen noch drauf. Hypnose ist tatsächlich bei Kindern etwas, was sehr gut angewendet werden kann. Kinder haben eine große Vorstellungskraft und sind deswegen gut zugänglich für Hypnose. Sie sind gut so gestiabel, dass man sie gut damit auslenken kann.

Dann gibt es aber auch die Kryoneurolyse, dass man den Nerv, wenn er stark die ganze Zeit Impulse sendet, einfach veröden und vereisen kann. Und es gibt noch zusätzliche physikalische Verfahren, sowas wie Vibrationstraining, Akkupunktur, die auch eingesetzt werden können. Hier sehen Sie nochmal die Empfehlung auch der S3-Light-Linie. Das ist das, was ich Ihnen gerade dargestellt habe, also Nervenblockaden, der Einsatz von diversen Medikamenten, Spiegeltherapie und TENS ist auch hier in der Leitlinie hinterlegt, dass das letztlich Maßnahmen sind, die wirksam sind.

So, jetzt komme ich noch mal auf die Behandlung von den Kindern. Da gibt es tatsächlich relativ wenig Studien zu. Das ist relativ schwierig, sich damit auseinanderzusetzen und meistens behandeln diese Studien auch geplante Amputationen, zum Beispiel Rahmen von von Tumor-Operationen oder wenn chronische Wunden, Infinktionen und so weiter bestehen. Die akute traumatische Amputation ist etwas, was überhaupt nicht gut erforscht ist.

Und auch das wäre letztlich natürlich auch ein Ansatz, der verfolgt werden sollte, damit man einfach auch über auf die Folgeerscheinungen von Amputationen hinweisen kann und welche Auswirkungen das bei Kindern hat. Also Sie sehen, das ist hier von 1995 und die Kolleginnen und Kollegen haben letztlich eine Karzinomgruppe gegenüber einer Gruppe mit Trauma- oder Infektionsamputationen verglichen und sie sehen, dass die Prävalenz auf jeden Fall, also das Auftreten von Phantomschmerzen sehr hoch ist. Also sie sehen das hier bei über 80 Prozent bei den traumatischen Amputationen aber auch bei über 50 Prozent der Kinder. Und die haben das nochmal auch im Vergleich gesetzt, ob vorher Schmerzen schon vorlagen, also das ist dieser schwarze Balken, der obendrauf liegt, ob vorher kein Schmerz vorhanden war oder ob der weiße Balken vorher Schmerzen vorhanden waren.

Und da sieht man natürlich, dass gerade, das hatte ich ja auch am Anfang gesagt, wenn vorher Schmerzen vorhanden waren, dann ist es auch sehr wahrscheinlich, dass im Nachgang die Phantomschmerzen sehr viel stärker auftreten. Aber insgesamt muss man sagen, ist die Studienlage hierzu recht dürftig. Zusammenfassend, also Phantomschmerzen sind sehr häufig nach Amputationen bei über 80 Prozent der Betroffenen. Die Behandlung ist oftmals schwierig und eigentlich nur interdisziplinär gut umsetzbar.

Also das heißt, wir brauchen viele Berufsgruppen, Ja, auch das hatte Professor Ruchers schon gesagt. Neben dem Chirurgen braucht es den Orthopäden, der nachher auch die Prothesen-Passform anpasst und so weiter. Wir brauchen Schmerz-Therapeuten, wir brauchen Ergonen, Physiotherapie, wir brauchen Psychologen, die letztlich die Kinder dann mitbehandeln. Die Prävention ist eigentlich entscheidend, aber das können wir bei Trauma-Amputationen oftmals gar nicht leisten.

Aber das Gute ist, Kinder profitieren sehr von einer adäquaten Behandlung. da ihr Gehirn noch sich umwandeln kann und dann die Amputations- und Phantomschmerzen oftmals im Verlauf nachlassen. Das sind die Quellen, auf die ich mich bezogen habe und damit danke ich Ihnen für die Aufmerksamkeit. Ich bedanke mich, aber ich finde gerade, am Ende haben Sie gesagt, dass wir brauchen eine sehr disziplinäre Arbeit.

Ich denke, wir legen hier heute den ersten, oder einen Schritt dafür. Es werden sicherlich schon viele Schritte gegangen sein. Und ich Ich glaube, wir haben hier viele Studis aus der Medizin auch sitzen. Kommen Sie gerne auch unsere Leute zu, wir verletzen einander.

Ich denke, das ist genau der Punkt, den wir brauchen, weil wir gerne damit rechnen und das ist ja unser Ziel, dass Kinder eben nach Deutschland kommen können und die Behandlung erhalten. Und dafür ist es gerade wichtig, dass wir Menschen wie Sie haben, aber auch die Studie, die Sie aufeinander zugehen können und das weiter ins Wolle bringen. Vielen herzlichen Dank. Vielleicht noch ganz kurz zwei Worte.

Der Dekan Professor Härte war ja auch eben hier. hier, der hat mir auch noch mal gesagt, dass wir auf jeden Fall Impulse mitnehmen sollen, auch für die Versorgung in Universitätsklinikum Marburg. Ja, und wenn Sie es ansprechen, dass Studierende halt auch hier sind, also der Wissenschaftskarakter darf, sollte nicht das oberste Ziel sein, aber es ist natürlich wichtig, damit wir auch Aufmerksamkeit schaffen, damit wir auch zeigen können, das ist das, was ich gerade gesagt habe. Wir haben wenig Studien, die zeigen, was hat das eigentlich für Folgen und es ist wichtig, dass wir auch das natürlich untersuchen.

Natürlich ist die Versorgung der Kinder erstmal das Wichtigste. Aber wir müssen auch Wissenschaft machen, damit wir auch zeigen können, es besteht ein Bedarf und es ist wichtig, dass die Versorgung adäquat erfolgt. Und das ist natürlich auch ein Appell, der von der Universitätsmedizin ausgehen sollte, dass wir, wenn solche Projekte laufen, diese auch wissenschaftlich mitverfolgen und unterstützen sollten. Danke.

Ich habe Ihnen schon die Trauma-Folgen gesprochen und ich bin sehr froh, dass wir jetzt

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Psychosoziale Aspekte der Amputation

Hava Acar

KI-Zusammenfassung

Hava Acar richtet den Blick auf die psychosozialen Folgen von Amputationen für Kinder und Jugendliche. Sie thematisiert Stigmatisierung, erschwerte Inklusion, Mobilitätseinschränkungen und die hohe Bedeutung familiärer Unterstützung. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass in Gaza genau dieses familiäre Auffangnetz oft zerstört oder selbst schwer traumatisiert ist. Ihr Fazit ist, dass betroffene Kinder nur mit einem interdisziplinären Netzwerk aus Medizin, Psychologie, Familie und sozialer Unterstützung wirksam begleitet werden können.

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Kann Fehler enthalten. Transkription durch KI.

Gut, vielen Dank. Wie schon gerade gesagt, ich werde euch so ein bisschen über die psychosozialen Aspekte der Darmfotation vor allem für Kinder und Jugendliche führen. Vor dem Hintergrund gibt es eine Risiko der Stigmatisierung und wie kann überhaupt Inklusion stattfinden. Und ich muss einfach meinem Vorredner beiflichten, ja es gibt total wenige Studien dazu, für Kinder und Jugendliche.

Es gibt ein paar international, also Deutsch wirklich nur eine einzig auf dich gestoßen bin, international ist es ein bisschen besser aus, aber die sind auch ziemlich veraltet. Wir gucken mal. Also eine Amputation ist ein einschneidendes, wenn nicht sogar traumatisches, Erlebnis und das für jeden Menschen. Und da spielt es überhaupt gar keine Rolle, ob es jetzt ein Kind ist, ein Jugendlicher oder ein Erwachsener.

Der Betroffene und seine Angehörigen und das ist halt, was wir schon festhalten können bei Kinder und Jugendlichen spielen, die Angehörigen eine sehr bedeutsame Rolle vor allem nach der Amputation. Die sind dann auf einmal psychischen, physischen oder auch sozialen Veränderungen konfrontiert. Hierbei spielt auch die Ursache und der Zeitpunkt Amputation auch eine sehr wichtige Rolle, denn es spielt eine Rolle, ob jetzt eine Amputation stattgefunden hat, weil eben das jetzt ein Teil der Behandlung ist, wie schon vorhin schon mehrmals im Mehrfach erwähnt, war es jetzt in Folge eines Diabeteserkrankungen und war notwendig. Oder fand die Amputation eben nach einem Trauma statt, also Unfall, unerwartet oder wie in unserem Fall der Kinder in Gaza, ob es jetzt durch Bomben, Schüsse oder durch medizinisch adäquat versorgte Infektionen und Verletzungen.

Das Alter spielt auch eine Rolle, das können wir auch zumindest ein bisschen festhalten. Wir kennen auch durch die Entwicklungspsychologie, dass vor allem kleine Kinder sehr gut sich auf neue Situationen, auf beängstigende Situationen einlassen können, wenn das gut vorbereitet wird mit den Kindern. Und auch bei den Amputationen, wenn zum Beispiel die vorab gut mit den Betroffenen besprochen werden, schon eigentlich die Behandlung vorab vor der Amputation beginnt in einem interdisziplinären Team. Die Betroffenen nach der Amputation gut einfach mit dieser neuen Lebensrealität klarkommen und sich anpassen können.

Genau, und im Falle der Kinder in Gaza, wie ich schon vorhin erwähnt habe, findet eben die Amputation nicht mit einer Vorbereitung statt, sondern ist halt plötzlich. Nach der Amputation, was auch einige Studien dann auch festgestellt haben, ist, dass die Betroffenen mit Belastungsreaktionen wie Schock, Trauer, Wut, Verzweiflung, Schlafstörungen, langes Grübeln sich befassen. Eine Amputation bedeutet nämlich für die Betroffenen nicht nur einfach der Verlust eines Körpers, sondern die damit einhergehende Körperfunktion. Wir haben die Kinder gesehen.

Die Kinder verlieren dann nicht nur einen Arm oder einen Bein, sondern sie weinen dann, weil sie nicht nur Fußball spielen können oder weil sie eben keine Geschichten mehr schreiben oder malen können. Für die Jugendlichen bedeutet aber der der Verlust einer Amputation auch etwas Endgültiges, die begreifen eher, dass es ein endgültiges Ereignis ist. Und für die Jugendlichen, die sind auf einmal eben mit der Frage konfrontiert, was mache ich jetzt, was kann ich jetzt überhaupt? Während sie noch eigentlich letzte Woche so gesehen sich überhaupt gar nicht interessiert haben, wo manch mal im Praktikum oder wo werde ich irgendwann arbeiten, führt eine Amputation oft dann dazu, dass sie sich eben diese Fragen stellen, ist überhaupt meine berufliche Perspektive eingeschränkt, was ist möglich.

Für die Jugendlichen ist es auch noch mal schwierig, weil die Selbstständigkeit dadurch auch wieder eingeschränkt ist. Sie konnten noch vorhin ganz unbedarflich mit Freunden treffen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und jetzt ist die Frage, wie komme ich überhaupt dorthin und kann ich wieder ins Kino, kann ich ins Schwimmbad, was kann ich mit meinen gleichaltigen Freunden eigentlich noch tun. Zusätzlich als belastend werden, wie schon vorhin erwähnt, Phantomschmerzen und Phantomsgefühl auch erwähnt, vor allem für die Kinder auch sehr verwirrend, weil dann eben die Frage ist, wieso spürst du den Abend, der eigentlich gar nicht mehr da ist oder mein Beinschmerzt? Warum eigentlich?

Der ist ja nicht mehr da. Dann neben ist der Selbstwert der Kinder und der Jugendlichen auch nochmal so ein Extra-Kapitel, weil der halt wirklich vermindert werden kann, da vor allem Jugendliche sehr danach streben mit Gleichaltrigen gleich zu sein. Sie wollen nicht anders sein, sie wollen dazugehören und Selbstwert entwickelt sich ja schon im Kleingind Alter und im Kleingind Alter sind die Eltern halt besonders wichtig. Die Eltern prägen so gesehen das Selbstwert des Kindes, indem sie dem Kind Schutz und Sicherheit bieten und immer wieder zurückspiegen, toll dieses Kind ist in jeder seiner Entwicklungsstufe und so entwickelt sich als Selbstwert und verfestigt sich.

Im Jugendlichen Alter, also vor allem so vor Pubertät in der Pubertät, findet, weicht das so ein bisschen auf? Dann ist noch einmal die Eltern und was die Eltern sagen, nicht mehr so bedeutsam. Ich meine, viele Eltern jetzt mit Teenagern hier unter uns wissen genau, wenn ich meine, man macht so eine unbedachte Kommentar, hey, das ist ein schönes Oberteil. Das Kind geht sich umziehen, weil einfach, das die Mama das gesagt hat, werden aber einen Sitznachbar in der Schule sagen kann, hey schicke Friese und dann wird diese Frisur sechs Monate wirklich durchgezogen, weil das einfach wegweisend ist.

Das zeigt halt einfach, wie wichtig dieses Dazugehörigkeitsgefühl von Jugendlichen in ihrem Peergrobes ist und eine Amputation bedeutet aber eine endgültige Definition des Andersseins. Sie sind jetzt nun mal anders. Sie können jetzt nicht mehr dazugehören. Und damit kann auch das Risiko von Mobbingerfahrungen steigen und auch von Diskriminierungen.

Denn Jugendliche sind nicht alle gleich und Jugendliche, ich kann es aus dem beruflichen Alltag sagen, sind manchmal gnadenlos, vor allem in der Diskriminierung. Es macht die Arbeit einfach viel schwieriger. Das heißt, dass für Jugendliche dann auch eine Akzeptanz allein, durch die Familie überhaupt gar nicht mehr ausreicht. Und ein Problem wird dann sein, dass die Jugendlichen, Betroffenen Jugendlichen vor allem sich auch immer mehr sozial zurückziehen.

Ich habe ein sehr passendes Zitat dazu gefunden aus dem Pferdeflüsterer, wo die Hauptcharakterin nach einem traumatischen Unfall mit einem Pferd ihr Bein verliert. Und in dem Buch und in dem Film, der danach verfilmt worden ist, geht es darum, wie sie wieder zurück ins Leben findet und wie sie auch wieder so gesehen die Liebe zum Pferd wieder findet. Und es zeigt halt einfach sehr deutlich, vor allem auch dieses Beispiel, zeigt eigentlich sehr gut so das innere Leben des Jugendlichen. Denn in den paar Studien, die wir gefunden haben, wird da einfach nochmal gezeigt, dass die Depression die häufigste Folgeerkrankung nach einer Amputation ist.

Und die Suizidalität, sowie lebensmüde Gedanken, auch die Verminderung des Selbstwertgefühls findet sich in dieser Depression wieder. Und bei Grace zum Beispiel, wo eben die Möglichkeiten da waren nach Prothese, nach Rehabilitation, nach einem interdisziplinären Team und sie hat trotzdem diese Gedanken, können wir uns überhaupt gar nicht vorstellen, wie es den Kindern in Gaza geht, die diese Möglichkeiten gar nicht haben. Die Angststörung ist die zweithäufigste psychische Folgeerkrankung und das zeigt sich halt darin, dass vor allem die Betroffenen, und hier spielt es auch wieder keine Rolle, ob es jetzt ein Erwachsener oder ein Jugendlicher ist, auch Kinder eben alles vermeiden, was mit dieser Amputation zu tun hatte. Sie Sie sagen auch oft, bei der Konfrontation benennen Sie eben auch somatische Auffälligkeiten, wie eben ein komisches Bauchgefühl, dass Sie dann Kopfschmerzen haben, so ein Kribbel ist mit Ihnen heiß, Sie wollen dann auch weggehen, Sie vermeiden mit allergrößter Macht einfach alles, was Sie an dieser Amfrontation erinnert.

In dem Fall von Grace weiß, dass Sie nicht mehr zu Pferden gehen konnten, nicht mehr dem Pferdehof und auch die Unverstelle gemieten hat. Zur Vervollständigung der Folgeerkrankungen Anpassungsstörungen treten auch auf. Das sind vor allem in den Fällen, wo Betroffene sich mit dieser neuen Lebensrealität überhaupt gar nicht mehr auseinandersetzen können, die kommen damit nicht klar, dass sie nun auch anders aussehen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Eine fosthormatische Belastungsstörung können auch die allermeisten entwickeln.

Dazu wird aber später bei den Nachrednern noch was erzählen. Gucken wir uns jetzt die Situation in Gaza an. Diese Kinder sind nach einer Amputation noch mal viel gefährdeter, eine psychische Erkrankung zu entwickeln, die sogar chronifiziert werden kann, weil sie eben in einer Lebenssituation leben, die katastrophal ist. Also von überall haben wir jetzt in dem ersten Block ja schon miterlebt, wie eingeschränkt eigentlich dort medizinische, aber auch psychologische, pädagogische Betreuung dieser Kinder ist.

Und dann kommt halt noch der Verlust eines Körperteils, wenn nicht sogar mehreren Körperteilen hinzu. In den aktuellen Berichten der UN, aber auch von anderen internationalen Hilfsorganisationen, wird auch GASA inzwischen als die Region beschrieben, in der derzeit weltweit die höchste Amputationsrate bei Kindern und Jugendlichen zu verzeichnen ist. Um es einfach in der Zahl zu sagen, die ist vorhin auch schon genannt worden, aber man muss sich das mal wirklich sagen, das heißt jeden Tag, 365 Tage im Jahr, nicht stirbt, verliert mehr als zehn Kinder, wenigstens ein, wenn nicht sogar mehrere Körperteile, das wirklich jeden Tag. Wie eingangs aber beschrieben, familiäre Stabilität besonders wichtig, vor allem nach der Amputation, Das heißt, also in Deutschland ist es normal, oder besser gesagt so in den westlichen Industrieländern ist es völlig normal, dass in der Behandlung nach der Amputation oder auch schon vor Amputation die Familie ganzheitlich mit eingenommen wird, denn einfach das System Familie verändert sich auch nach einer Amputation, die Rolle des Kindes, die Rolle der Eltern verändert sich.

Wie schon gesagt bei den Jugendlichen zum Beispiel, während sie selbstverständlich noch all ihre Termine alleine wahrnehmen konnten, sind sie auch einmal angewiesen auf Eltern oder auf ältere Geschwister, Freunde, Verwandte, die eben zur Mobilität beitragen können. Die Familie wird bei den Kindern und Jugendlichen als Stütze gesehen, ist sie auch. Sie ist jemand, der dann halt auffang, also das System fängt dann eben dieses Kind auf. Besonders, also man merkt einfach, dass nach der Amplitation vor allem auch nach einem Trauma diese Kinder wieder aufzufangen, auch ein Teil dieser Familie ist und wie schon vorhin jetzt erwähnt, dass eben die Familien in die Therapie mit einbezogen werden.

In Gaza haben wir das Problem, dass es zum Teil Kinder gibt, die gar keine Familienangehörige mehr haben und dass sie auf Erwachsene angewiesen sind, die sich den einfach annehmen. Und wenn die Familie überhaupt da ist, dann sind sie dermaßen hoch belastet und wahrscheinlich leiden sie selbst unter den traumatischen Erlebnissen, die sie gerade erleben, dass sie überhaupt die Grundbedürfnisse des Kindes nach bedingungslose Akzeptanz, Sicherheit oder einfach da zu sein, dieses Halten weinen lassen, dass sie das überhaupt gar nicht geben können, weil sie selbst gerade am Limit sind, hinzukommt, dass einfach, also wenn wir jetzt die Familie sogar beiseite lassen, die Kinder umgeben sind, eigentlich nur von Erwachsenen, die hoch belastet sind. Und ich hatte erst letztens, ich habe dieses Zitat nicht gefunden, aber ich habe als letztens vor einer Mutter gelesen in Gaza, die gesagt hat, wir erleben gerade, dass es was viel Schlimmeres gibt als Sterben, und dass es eben taubt zu sein, gar nichts mehr zu spüren. Und stellen Sie sich vor, so eine Mutter muss sich dann um ein amputiertes Kind kümmern, was selbst gerade ein Trauma hinter sich hat.

Und was die ganze Situation nochmal ein bisschen schwieriger macht, ist eben, dass es keine adäquaten interdisziplinären Behandlungsmöglichkeiten dort gibt. Es gibt keine adäquate ärztliche Versorgung, therapeutische, sei es jetzt oder psychotherapeutisch. Auch utopäische Behandlungen sind sehr, sehr schwierig. Wir haben ja am Anfang mitgekriegt, es ist bedingt möglich.

Teilweise müssen Kinder auch evakuiert werden, passiert im Ausland, wenn in Gaza auch wieder sehr schwierig und auch der Bilal, der im ersten Teil auch darüber gesprochen hat, wie wichtig eigentlich neben der Amputation die mentale Gesundheit dieser Kinder ist und dass diese Kinder nicht nur einfach eine Prothese am Arm oder am Bein brauchen, sondern dass diese Kinder eben eine psychologische Betreuung, eine pädagogische Betreuung auch brauchen, damit sie wieder Hoffnung entwickeln können und die ist aktuell auch nicht gegeben. Also das bedeutet zusammengefasst können wir einfach sagen, dass der Abilationsmaßnahmen in Gaza aktuell einfach durch die Blockade der Grenzen, durch die Schließung der Grenzen, durch die israelische Regierung einfach nur sehr schwierig ist und fast gar nicht umsetzbar. Und wenn eben der Abilationsmaßnahmen so nicht stattfinden können, dann kann auch einen zurückführen zum sozialen Leben eben nicht stattfinden. Und wenn, ich hatte ja vorhin schon gesagt, dass Jugendliche, wenn sie eben anders sind und wenn sie dann nicht gehalten werden und auch nicht, also wenn da Diskriminierung stattfindet, sie sich dann immer mehr zurückziehen und diese Kinder ziehen sich dann als immer mehr zurück, sie resignieren und dann kann eben Stigma stattfinden, dann können sie stigmatisiert werden, diskriminiert werden, ausgeschlossen werden aus der Gesellschaft.

Und wenn man sich dann halt vorstellt, dass diese Kinder, das sie nicht mal einen Peergruppe haben, der sie auffällt, weil alle gerade betroffen sind, ist das natürlich wirklich schwer vorstellbar, wie dann da eine soziale Teilhabe stattfinden soll. Im Umkehrschluss heißt es, Inklusion ist möglich. Es gibt eine Studie in Deutschland von der Uni Münster, die so eine Retroperspektive Studie durchgeführt hat, wo eben amputierten Kindern später dann nochmal Fragebogen geschickt worden sind, auch deren Eltern, und es wurde festgehalten, dass wenn sie eben eine multiprofessionelle Behandlung hatten, auch nach der Amputation, sie sogar ein viel stärkeres Selbstbewusstsein entwickeln konnten und sie auch nochmal an Freizeitaktivitäten, freizeit aktivitäten teilnehmen konnten und dann ein wirklich aktives mitrieb der gesellschaft werden konnten das heißt inklusion ist möglich auch trotz amputation die frage ist halt wie machen wir das in gaza noch einen satz den zusammenfass können wir einfach nur sagen das liegt an uns erwachsenen also ich habe mir jetzt auch den ganzen erster block auch angehört und es zerreißt einen das herz eigentlich zu wissen dass es eigentlich Möglichkeiten gibt, wie man diesen Kindern helfen kann, dass wir die medizinischen, therapeutischen Möglichkeiten haben, diesen Kindern zu helfen, auch im interdisziplinären Team die Möglichkeit haben, diesen Kindern zu helfen und es gar nicht machen können gerade. Und deswegen würde ich mich sehr freuen, wenn er eben aus dieser Tagung heraus sich ein Netzwerk bildet, um eben diesen Kindern diese Möglichkeit zu geben, denn möglich ist es und es liegt wieder an uns Erwachsenen, dass wir den Kindern einfach eine schöne Welt bieten, an der sie wirklich leben wollen.

Vielen Dank.

15 Min

Psychopathologische Symptome traumatisierter Kinder

Dr. Katharina Szota

Philipps-Universität Marburg

KI-Zusammenfassung

Katharina Szota erklärt die typischen Symptome schwer traumatisierter Kinder, insbesondere im Kontext von Krieg und Verlust. Sie beschreibt Intrusionen, Vermeidung, Übererregung, negative Überzeugungen und depressive Symptome als zentrale Bestandteile posttraumatischer Belastungsstörungen. Besonders wichtig sind für sie sichere Umgebungen, Transparenz, Mitsprache und hilfreiche Deutungen des Erlebten. Zum Abschluss betont sie, dass auch schwer traumatisierte Kinder in der Routineversorgung wirksam psychotherapeutisch behandelt werden können.

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zu psychopathologischen Symptomen bei traumatisierten Kindern in Kriegssituationen sprechen wird. Sie ist ehemals tunische psychologische Kinderbühne. Ja, das ist der vorletzte. Okay, und das ist der, okay, vielen Dank.

Ich auch möchte mich sehr bedanken für die Möglichkeit, Ihnen heute hier was erzählen zu dürfen über die Trauma-Folge-Symptomatik im Kindes- und Jugendalter, ein Thema mit dem ich mich schon viele Jahre befasse. Ich bin klinische Psychologin und approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und ich forsche auch zur Verbesserung der Versorgung von traumatisierten Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ja, und Befähige als Dozentin, aber ja, ermutige vor allem auch Kolleginnen und Kollegen auch komplex traumatisierte Kinder und Jugendliche psychotherapeutisch zu behandeln. Wie sieht Traumavergesymptomatik im Kindesalter aus?

Ich mache das hier zum Thema, weil es sich unterscheidet von dem Erwachsenenalter durchaus. Beispielsweise kommen Patientinnen und Patienten zu uns und sagen, mein größtes Problem ist, dass ich nicht gut schlafen kann. Ich habe schreckliche Albträume, die mich dann auch tagsüber noch beschäftigen. Ich habe Schwierigkeiten, mich dann im Unterricht zu konzentrieren, meine Noten leiden darunter oder ich gehe überhaupt nicht mehr hin zur Schule.

Ich bin tagsüber eh viel zu müde. Andere Eltern beispielsweise sagen, meine Tochter, die weint und die schreit, wenn sie sich von mir trennen soll, die zieht sich zurück, die hat auch nichts mehr Lust, geht ihren Hobbys nicht mehr nach, geht vielleicht auch nicht mehr in den Kindergarten oder zur Schule aus diesem Grund und andere sagen wieder ganz anders, ich kann es einfach nicht aushalten, nicht ertragen, wenn Menschen in der Nähe sind. Diese Geräusche, das löst Erinnerungen aus. Ich kann nicht in einem Klassenraum beispielsweise auf engem Raum mit anderen Jugendlichen sitzen.

Das triggert mich, das löst Erinnerungen aus, beispielsweise auch wenn mit Schülerinnen lachen oder aufschreien, genau laut sind. Es sieht also sehr unterschiedlich aus und da geht es weiter. Was wissen wir schon zur Traumafolgesymptomatik? Im Seuglingsalter da muss ich sagen, wissen wir fast gar nichts.

Das ist völlig unerforscht. Es wird angenommen, dass man so diese Freeze-Response vielleicht auch beobachten kann. Im Seuglingsalter schon ein Erstarren als Schutzmechanismus der Jüngsten, aber auch da, wie es auch schon gesagt wurde, fehlen uns Studien tatsächlich. Ab dem Kleinkindalter wissen wir mehr.

Wir sehen, dass die Kinder ein eingeengtes, ein repetitives, also sich ständig wiederholendes Spielverhalten zeigen können, sich sozial zurückziehen, neue Trennungsängste entwickeln, Häufig werden Albträume berichtet. Diese Albträume können einen Bezug haben zu den traumatischen Erfahrungen. Müssen sie aber auch nicht. Sie können auch ganz andere Inhalte haben.

Ein- und Durchschlafschwierigkeiten sind fast immer vorhanden, würde ich fast sagen. Und was auch ein bisschen anders ist als im Erwachsenenalter. Wir sehen sehr häufig eine Effektlabilität, eine erhöhte Irritierbarkeit, Wutausbrüche und auch oppositionelles Verhalten, das dann manchmal fehlgedeutet wird als Opposition, obwohl sie eigentlich auf die Traumofolgesymptomatik zurückzuführen ist. Auch Inuresis Encopresis, also das Einnessen, ein Coten, kann wieder auftreten.

Gerade wenn das Sekundär auftritt und eigentlich schon mal die Kinder trocken geworden waren, dann kann das auch ein Hinweis sein auf eine Traumofolgesymptomatik. Auch weitere bereits erworbene Fähigkeiten können, ja, wieder verloren gehen, vorübergehend zum Teil. Manche Kinder sprechen beispielsweise deutlich weniger, als sie vorher schon mal gesprochen haben. Ja, genau.

Wir sprechen auch vom traumatischen Spiel. Wenn wir im Spielverhalten eine ständige Wiederholung des Erlebten sehen, sehen, wenn die Kinder nachspielen, was sie beobachtet haben oder was sie miterlebt haben, auch das sehen wir typischerweise im Kindesalter. Ab dem Schulalter, das wurde gerade auch schon angesprochen, nimmt Charme zu und wird ein noch stärker belastendes Thema und was auch ganz typisch ist für die Verarbeitung ab dem Schulalter ist eine schuldbezogene Interpretation der Ereignisse, sodass die Kinder sich eine Mitschuld oder eine Schuld geben. Hier können auch Aufmerksamkeitsprobleme in der Schule viel interpretiert werden.

Manchmal haben wir eine wirkliche Vorstellung, als ADHS, die sich letztlich herausstellt, als Trauma bezogen. Soziale Probleme können auftreten, Ängste können neu auftreten Und auch ganz typisch für die Verarbeitung im Kindesalter, das wurde gerade auch schon gesagt, sind somatische Beschwerden. Die Kinder können das noch sehr viel schlechter in Worte fassen, was eigentlich los ist und berichten häufig Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, unwohl sein, Übelkeit. Ab dem Jugendalter sehen wir dann mehr und mehr auch Schwierigkeiten, die zeigen, welchen großen Einfluss dramatische Ereignisse auch auf die weiteren Entwicklungsprozesse nehmen können, nämlich dass bestimmte Entwicklungsschritte, die eigentlich in dieser Zeit stattfinden, ausbleiben, ein soziales Netzwerk aufbauen, die Loslösung vom Elternhaus, der Aufbau von ersten intimen Beziehungen, die Entwicklung einer eigenständigen, stabilen Persönlichkeit, Identität und eine stabilen Selbstwertes.

Das sind ganz wichtige Entwicklungsschritte, die dann im Jugendalter ausbleiben oder verzögert werden können. Außerdem sehen wir im Jugendalter häufig selbstverletzendes Verhalten, Suizidalität, riskantes Verhalten, auch beispielsweise fahren ohne Führerschein oder auch der Substanzmissbrauch könnte hier runterfallen. Und was wir auch sehr häufig sehen ist, dass, oder was wir auch aus der aus der neurobiologischen Forschung wissen, ist, dass im Jugendalter die Möglichkeiten zu planen für das restliche Leben und wirklich weit im Voraus zu denken und sich selbst auch eine weitergehende Zukunft vorzustellen, noch beschränkt sind. Und wenn das trifft auf eine Traumafolge-Symptomatik, dann ist das eine ganz ungünstige Kombination, weil die Kinder können sich nicht vorstellen, dass es besser werden könnte.

All das kann allerdings auch ohne traumatisches Erlebnis auftreten. Es ist nicht begrenzt daraus, sondern wir sehen auch Kinder, genau, die keinen traumatisches Erlebnis gemacht haben, die diese, ja die beispielsweise Substanzmissbrauch zeigen. Wir sehen gleichzeitig, dass traumatische Ereignisse ein höheres Risiko auslösen für ganz unterschiedliche psychische Störungen. Es wurde schon genannt, Depressionen sind die häufigsten und nicht die postkraumatische Belastungsstörung.

Aber wir sehen außerdem, gerade bei den jungen Kindern, Bindungsstörungen, affektive Störungen, also beispielsweise Depressionen, Störungen durch Sozialverhalten sind häufiger, Angststörungen und auch später Persönlichkeitsstörungen. Wir sprechen aber auch von, es ist ein neuer Begriff, in einem neuen Klassifikationssystem spezifisch stressassociierte Störungsbilder und darunter zählt die posttraumatische Belastungsstörung und die komplexe posttraumatische Belastungsstörung, über die ich Ihnen gleich ein bisschen mehr erzählen möchte und auch erzählen möchte, wie die bei Kindern aussieht. Anpassungsstörungen wurde auch schon genannt und die Bündungsstörungen. Und ganz neu, auch ein neues Störungsbild, nicht dass es das vorher nicht gab, sondern wir haben es neu in unsere Diagnosemanuelle, Klassifikationssysteme aufgenommen, ist die anhaltende Trauerstörung.

Auch hier ist unglaublich viel Forschung noch nötig, sowohl im Erwachsenenalter, aber vor allem auch bei Kindern. Wie sieht die PTBS, die posttraumatische Belastungsstörung, bei Kindern aus? Ich habe so einen kleinen, mich erinnert es an einen Bürger gebastet, um klar zu machen, die Voraussetzung ist, dass ein traumatisches Ereignis oder viele traumatische Ereignisse stattgefunden haben und die Voraussetzung ist auch, dass durch die Symptomatik eine Beeinträchtigung vorliegt. Wenn das nicht der Fall ist, dann würden wir sagen, liegt auch keine klinisch relevante posttraumatische Belastungsstörung vor.

Und wie sieht das jetzt aus, diese Symptomatik, zum einen ist ganz zentral das Wiedererleben. Das heißt, es kommen intrusiv, also ungewollt, aufdringliche Gedanken, Erinnerungen in meinen Kopf. Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Manchmal sind das Bilder oder häufig sind das Bilder, Szenen, die erinnert werden.

Das können aber auch seltener Gerüche sein oder auch ganze, wie Filmaufnahmen, sage ich mal, diese kleinen Szenen, die wiedererlebt werden, sodass die betroffenen Kinder das Gefühl haben, sie sind wieder in der traumatischen Situation. Wenn das ganze Filme sind, dann nennt man das Flashbacks, das haben sie vielleicht schon mal gehört. Häufiger sind aber aufdringliche Gedanken, Erinnerungen, einzelne Bilder. Gerüche.

Genau, das kann im Grunde jeder Sinnes-Modalität betreffen. Dieses Wiedererleben löst unglaublich viele Gefühle aus, negative Gefühle, Angst, Schuld, Scham, Ekel, alle möglichen negativen Emotionen und deshalb werden die versucht zu vermeiden, so gut es geht. Das ist der zweite Punkt, weil dieses Vermeidungsverhalten kann ganz wesentlich dazu beitragen, dass die Kinder zum Beispiel nicht mehr zur Schule gehen möchten, dass sie bestimmte Orte nicht mehr aufsuchen, dass sie mit bestimmten Menschen nicht mehr sprechen möchten. Genau, das kann sehr einschränkend werden.

Negative Überzeugungen, negative Kognitionen wurde sie genannt und eine negative Stimmung wurden mit aufgenommen in die neueren Klassifikationssysteme, weil man mittlerweile weiß, dass diese depressive Symptomatik so häufig beziehungsweise fast immer mit der posttraumatischen Belastungsstörung einhergeht, dass man gesagt hat, das ist Teil des Störungsbildes. Das heißt, hier ist eine negative Stimmung, eine depressive Stimmung gemeint und Überzeugungen beispielsweise, dass man das Erlebte verdient haben könnte oder auch, dass alle Menschen böse sind, dass die Welt ein gefährlicher Ort ist. Das können solche Überzeugungen sein. Und ein letzter wichtiger Teil ist der Teil der Übererregung.

Ah, das ist so eine erhöhte Schreckhaftigkeit, erhöhte Irritabilität. Auf die sind ganz viele der ganz typischen Symptome zurückzuführen, beispielsweise die Schlafschwierigkeiten, beispielsweise Konzentrationsprobleme, die gehen auf so ein ständig erhöhtes Erregungsniveau des Körpers zurück. Also der Körper befindet sich immer noch in dieser Alarmbereitschaft, in dieser hochskanten bzw. hochtraumatischen Situation und da verhaftet wirklich das Trauma im körperlichen.

Es gibt da Studienbefunde, die zeigen, dass da erhöhte Muskelspannung beispielsweise wahrgenommen werden kann. Genau. Hier nochmal aufgeführt, was diese einzelnen Punkte sind und auch ein relativ neues Störungsbild, wobei darüber schon seit Jahrzehnten gesprochen wird, ist jetzt die komplexe posttraumatische Belastungsstörung. Im Sprachgebrauch wird es häufig missverstanden und man nutzt diesen Begriff, wenn man sagen möchte, dass es eine besonders schwer ausgeprägte Symptomatik ist, vielleicht auch eine besonders komplexe, langjährige wiederholte Traumatisierung stattgefunden hat.

Das ist eigentlich nicht gemeint, sondern es handelt sich um ein eigenes Störungsbild, bei der die posttraumatische Belastungsstörung vorliegt und zusätzlich noch weitere Symptome. Und zwar die die folgenden, zum einen Defizite in der Emotionsregulation, also dass sich häufig durch die langjährige wiederholte Traumatisierung Schwierigkeiten in der emotionalen Verarbeitungsfähigkeit ergeben haben, erhöhte Reizbarkeit kann ein Hinweis sein. Also Emotionsregulationsschwierigkeiten, auch ein negatives Selbstbild, also die Wahrnehmung der eigenen Person, beispielsweise beschädigt, als wertlos, als beschmutzt und so weiter. Und Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung.

Das kann sein, dass es schwierig ist, Beziehungen aufrecht zu erhalten, Kontakte zu knüpfen, zu Gleichaltrigen oder sich auch anderen überhaupt nahezufühlen. Die Besonderheit bei Kindern ist, dass wir bei den jungen Menschen noch eingeschränkte Introspektions, also selbst Verständnisfähigkeiten haben, selbst Einsichtsfähigkeiten haben und auch ein begrenzteres Verständnis für die Symptomatiken, Schwierigkeiten, so ein Krankheitsverständnis zu entwickeln und sie können uns das sprachlich auch noch nicht so gut äußern. Darüber hinaus sieht es auch ein bisschen anders aus. Wir haben beispielsweise bei jüngeren Kindern seltener Flashbacks, die ich Ihnen ja als diese Szenen beschrieben habe, dafür häufiger Albträume, dafür häufiger Wutanfälle oder diese Irritabilität und Emotionsregulationsprobleme.

Was ich noch erwähnen wollte, gerade wenn wir hier über komplex traumatisierte Kinder sprechen, ist die Dissoziation, auch wenn sie ungeachtet von traumatischen Ereignissen auftreten kann, Störungsbildern, aber doch sehr häufig von uns beobachtet wird, bei traumatisierten Kindern. Die Association beschreibt im Endeffekt, dass die normalen Funktionen des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Identität, der Wahrnehmung der Umwelt, auch das Handelns mit der Umwelt unterbrochen wird und dass es da Störungen gibt. Und dass einzelne Teile davon oder auch die die gesamte Abgetrennt wird, Abgetrennt erlebt wird oder auch tatsächlich abgetrennt ist von der bewussten Wahrnehmung als Teil der eigenen Person. Es ist nicht so leicht, den Wort zu fassen, ich gebe Ihnen ein paar Beispiele und gleichzeitig ist es so vielfältig, dass es das so schwierig macht.

Was mir wirklich sehr häufig berichtet wird, ist Derealisation und Depersonalisation. Derealisation beschreibt, dass die Umwelt, das Außen, meine Umgebung, andere Menschen beispielsweise als unwirklich, als fremderlebt werden, als falsch, als Geschauspieler, als wäre ich heute Morgen aufgewacht und es wäre irgendwie, ja, alles plötzlich nicht ganz real. Oder vielleicht mache ich noch auf und das Ganze ist nur ein Traum. Personalisation ist umgekehrt quasi, dass die eigene Person als unwirklich, als fremd wahrgenommen wird.

Dass ich in den Spiegel schaue und sage irgendwie, das bin nicht ich. Ich habe das Gefühl, ich werde gesteuert, ich bin nicht, ich bin nicht ganz bei mir. Ich fühle mich nicht an wie ich. Schwer zu erklären, genau.

Teil von Dissoziation und darunter kennen es mit Sicherheit auch viele sind kürzere oder aber auch länger andauernde Unterbrechungen des Bewusstseins, also ein weggedrehten Hasi. Und dann sehen Sie hier ein paar ganz spezifische, zum Glück sehr selten auftretende Beispiele, welche Formen der Soziation und dessoziative Störungen noch annehmen können. Beispielsweise Lehmungserscheinungen, Bewegungsstarren, Einschränkungen der Beweglichkeit, körperlich, medizinisch nicht erklärbar sind. Amnesien fallen darunter, auch Taubheitsgefühle und genau, plötzliche, unerwartete, nicht nachvollziehbare und häufig auch nicht erinnerte Ortswechsel können auch darunter fallen.

Und, was wir auch häufiger, auch hier in Marburg in der Ambulanz schon häufiger hatten, sind dissoziative Krampfanfälle, die aussehen, wie epileptische Anfälle allerdings keine neurologische Grundlage haben. Sehr viel häufiger als diese Extrembeispiele sind kürzer andauernde leichtere dissociative Symptome wie so ein Gefühl der Unwirklichkeit, der Abwesenheit, Veränderungen in der Zeitwahrnehmung, dass sich plötzlich ist der halbe Tag vorüber und ich saß eigentlich nur im Zimmer und war gar nicht richtig da. Genau, und so einen abwesend verträumten Wirken, einen nicht reagieren auf Ansprache. In meiner Arbeit bin ich immer wieder tief beeindruckt von Kindern und Jugendlichen, die unglaubliches miterleben mussten oder erlebt haben und kann sagen, die Mehrheit der Kinder bleibt selbst nach den größten Schrecken resilient.

Und das möchte ich Ihnen mitgeben. Die letzten Folien sind hoffentlich ein bisschen aufbauend und ermutigend. Wir sehen wirklich, dass viele trotz schlimmster Erfahrungen keine anhaltende psychopathologische Symptomatik entwickeln. Wieder unseres Erwartens ganz häufig.

Zahlen gibt es dafür auch, das sind die Ergebnisse einer ganz wichtigen Meta-Analyse, also einer Übersichtsarbeit über ganz unterschiedliche Populationen von Kindern und Jugendlichen, die zeigt, wenn ein traumatisches erlebt wurde, dann liegt die Prävalenz für die PTWS bei ungefähr 16 Prozent. Das ist ja also gar nicht so groß, würde man meinen. Wir müssen aber natürlich berücksichtigen, dass in diesen Daten jetzt auch Kinder dabei sind, die einmalig einen Verkehrsunfall haben. Und selbstverständlich ist das eine andere Belastung als die Kinder, über die wir heute hier gemeinsam sprechen.

Wir Wir sehen außerdem, dass ich, ich hoffe, Sie können es einigermaßen sehen, dass sich das Risiko unterscheidet zwischen Jungen und Mädchen. Ich möchte gleich noch auf Risiko- und Schutzfaktoren eingehen. Leider sind die Mädchen häufiger betroffen von der posttraumatischen Belastungsstörung. Und wir sehen auch einen großen Unterschied in der Art des traumatischen Ereignisses.

Interpersonelle traumatische Erfahrungen, also Gewalterfahrungen, dazu gehören natürlich auch alle Kriegserfahrungen, die werden ein höheres Risiko für posttraumatische Belastungsdürfen. Genau, die Anzahl der traumatischen Erlebnisse entscheidet natürlich auch, Kinder bleiben lange Zeit resilient und dann irgendwann ist das fast voll, kann man so ganz salopp sagen. Weitere Punkte, weitere Risikofaktoren für eine psychopathologische Entwicklung ist ein starker Kontrollverlust während des traumatischen Erlebnisses, Dissoziation schon während der Erfahrung, also wenn während des Erlebnisses schon diese Dissoziation auftritt, direkt als Schutzmechanismus, das der Psyche kann man sagen, starke physiologische Reaktionen und, und das finde ich ganz wesentlich, die Trennung von Bezugspersonen während des traumatischen Ereignisses hat sich auch als Risikofaktor herausgestellt. Genau, das weibliche Geschlecht hatte ich schon genannt.

Darüber hinaus wissen wir, dass Kinder mit geringerer kognitiven Leistungsfähigkeit anfälliger sind, ein niedrigerer sozuökonomischer Status und eine vorher schon bestehende psychische Belastung sowohl des Kindes als auch der Bezugspersonen sich ungünstig auswirken kann. Was sind jetzt Schutzfaktoren? Ganz, ganz wesentlich. In ganz herzlichen vielen Studien stellt sich immer wieder heraus die soziale Unterstützung vorher, währenddessen danach es unglaublich wichtig und wertvoll und ein Punkt, an dem wir ansetzen können.

Deshalb hier mit drei Rufenzeichen. Die Verfügbarkeit von Bezugspersonen ist auch etwas, wo wir wissen, dass es ganz herzlichen wertvoll ist und ganz wichtig, auch wenn wir dann eben in die Psychotherapie starten. Und von daher will ich zurückblicken noch vorhin, als gesagt wurde die Voraussetzung, woher quasi das ohne Bezugspersonen nach Deutschland eingereist werden müsste. das würde man wirklich überhaupt nicht empfehlen aus psychologischer Perspektive.

Die Kontrollüberzeugung, also zu wissen, was passiert hier gerade, was passiert mit mir, was habe ich davon vielleicht auch, was kann ich mitbestimmen? Kontroll erleben, das Kindesüber, die Behandlung ist ganz wichtig und die Bewertung der traumatischen Ereignisse auch durch uns, durch andere Bezugspersonen, durch die Eltern, durch das System. Und da sehe ich auch wo wir ansetzen können und deshalb ist meine letzte Folie sehr positiv, denn hilfreiche Kognitionen für die Kinder sind etwas, was wir ihnen mitgeben können, wo man wirklich auch in Studien sieht, wenn wir die mittragen, dann helfen wir damit, das verbessert deutlich die Chancen auf eine erfolgreiche Psychotherapie für die Kinder. Hilfreiche Kognitionen können sein.

Ich bin jetzt an einem sicheren Ort. Das muss natürlich der Fall sein. Es ist nicht meine Schuld, was da passiert ist. Das ist uns Erwachsenen häufig klar, den Kindern aber überhaupt nicht.

Menschen sind gut oder es gibt gute Menschen, es gibt vertrauenswürdige Menschen und Menschen sind bereit, mir zu helfen. Ich bin in der Lage, das Erlebte zu bewältigen. Wir sehen eigentlich in den Studien, das ist der Fall und trotzdem können wir es Manchmal wird uns kaum vorstellen, dass man das Ganze überstehen und auch psychisch gut verarbeiten kann. Das möchte ich Ihnen mitgeben.

Die Kinder können das Ganze verarbeiten. Und meine Symptome, so unerklärlich man die erstmal vielleicht gerade als Kind wahrnimmt, sind total nachvollziehbar. Die haben eine Funktion, auch biologische Funktion. Und vor allem, die lassen sich gut behandeln.

Wenn wir die Kinder hierher kriegen, und das ist, glaube ich, der größte Punkt, in dem wir ja gerade stehen, dann können wir die Kinder psychotherapeutisch gut behandeln. Und das möchte ich auch als Abschlusswort sagen. Da spreche ich gerne auch in Vertretung für meine Kolleginnen und Kollegen in der Kinder- und Jugendlichen Psychotherapieambulanz. Wir gehen da auch gerne mit uns und sind bereit, die Kinder zu unterstützen.

Wir haben gerade nach acht Jahren jetzt eine große Studie beendet, in der wir gezeigt haben, dass man auch schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche gut behandeln kann in der Routineversorgung, und zwar auch schon mit jüngeren Kolleginnen. Und genau deswegen möchte ich positiv enden und Ihnen sagen, ja, wir können diesen Kindern helfen.

15 Min

Wounded Child, No Surviving Family (WCNSF)

Dr. med. Ahmad Bransi

KI-Zusammenfassung

Ahmad Bransi erläutert die besondere Situation verletzter Kinder ohne überlebende Familienangehörige. Er beschreibt tiefgreifende psychische, soziale und bindungsbezogene Langzeitfolgen, die weit über die eigentliche Kriegsverletzung hinausgehen. Fehlende Bezugspersonen verschärfen Traumafolgen, Angst, Misstrauen und soziale Desintegration erheblich. Seine zentrale Botschaft lautet, dass stabile Bezugspersonen und langfristige psychosoziale Begleitung zu den wichtigsten Schutzfaktoren für diese Kinder gehören.

Volltext

Kann Fehler enthalten. Transkription durch KI.

Ja, meine Damen und Herren, guten Tag. Mein Name ist Ahmad Bransi. Ich bin Psychiater, Psychotherapeut und Psychoonkologe und komme extra aus Detmold, um Ihnen etwas zum WCNSF zu erzählen, eine schreckliche Abkürzung, wie Sie das gleich hören werden. Die Vorträge vorher haben schon etwas verdeutlicht, was das imbedeutet ist.

Es handelt sich um Kinder, die im Gazakrieg mit schweren Verletzungen eingeliefert werden, aber ohne Angehörige, ohne dass ihre Angehörigen überhaupt bekannt oder auffindbar sind, und dennoch sollen sie behandelt werden. Nun vielleicht zu der Abkürzung selbst: WCNSF, Wounded Child No Surviving Family, also ein verwundetes Kind ohne überlebende Familie. Das ist ein Akronym, das die Mediziner in Gaza überhaupt erst erfinden mussten, damit sie diese Kinder priorisieren und behandeln können. Es handelt sich also um verletzte, zum Teil sehr schwer verletzte Kinder, die keine Angehörigen mehr haben und deren gesamtes soziales Umfeld ausgelöscht wurde. Sie haben es in den Vorträgen davor schon gehört, wie wichtig ein soziales Umfeld ist, und trotzdem müssen diese Kinder versorgt werden.

Und die medizinische Versorgung von diesen Kindern erfolgt, ohne die Unterstützung oder der stabilisierenden oder heilvollen Unterstützung der Familie. Sie haben es auch in dem Vortrag von meiner Vorredner gehört, wie wichtig das ist, dass eben Angehörige, dass eben Bezugspersonen dabei sind in der Behandlung. Also es handelt sich eben bei diesen Kindern, ich sage da einfach als halber Kinder oder unbegleitete Kinder, also das einzigartige bei diesen Kinder ist haben, dass es sich um medizinische und psychiatrische Herausforderungen handelt, weil sie müssen behandelt werden und sie haben keine psychosoziale Unterstützung oder Stabilisierung, die sie in ihrer Genesung unterstützen kann. Nur zu dem Ausmaß der Krise.

Sie haben es alle in den Medien immer wieder erfahren, in den letzten zwei oder drei Jahren etwa 40 Prozent der Bevölkerung Gaza waren Kinder, also fast der Hälfte. Bedeutet der Krieg, die Hauptleit-Tagenden von dem Krieg sind, die Kinder gewesen. Dann, sie haben es ja gewusst, Gasserstreifen ist eines ganz schmalen Streifen und die Leute leben sehr dicht bei einem anderen Block an Block. Und durch den Krieg wurden eben die Blockweise, Häuser zerstört, Wohnungen zerstört, Mehrfamilienhäuser zerstört, dass eben ganz, also gleichzeitig, ganze Familien oder Generationen von einer Familie ausgelöscht wurden.

Die UNICEF hat 2024 von 17 unbegleiteten Kinder gesprochen. Mittlerweile wissen wir eben, es sind mehr über 50.000 Kinder gestorben oder verwundet. Und die Dunkelziffer, die liegt immer noch unter dem Trümmern in Gaza. Das heißt, es gibt eine große Dunkelziffer, die wir noch nicht erfasst haben.

So viel zu der Schwere der Situation. Was ist wichtig, bei diesen Kindern zu erkennen? Wir kommen erst mal zu der Bindungstheorie. Das haben Sie zweimal, dreimal im Vortrag davor gehört.

Die Bindungstheorie von Bobby besagt, dass kleine Kinder, kleine Wesen, die am Wachsen sind, die an der Entwicklung sind, brauchen eine sichere Bindung, eine sichere Bezugsperson und sichere Bindungserfahrung, Erfahrung, damit sie überhaupt sich emotional entwickeln können, damit sie auch ihre eigene Identität entwickeln können, damit sie Resilienz für das stressige Leben später entwickeln können und damit sie auch ihre Stressregulation aufrechterhalten können. Fehlt diese Bindung, das ist die Theorie von Bolby, also kommt es zu einer Bindungsstörung, dann kommt es zu einer neuronalen Disregulation und zwar eben in den Zentren, die dafür verantwortlich sind, wo Emotionen, Angst und Gedächtnis verarbeitet werden und zwar, ja genau, ich hoffe, Entschuldigung, ich habe was falsch gemacht, ich brauche Hilfe, Ne, was spielt? Ne. Ah, hier.

Wo ist der Pointer? Ah, in der Mitte, genau. Ne, dann muss ich ihn.. Ich glaube, es ist in der Mitte.

Ja, okay. Entschuldigen Sie bitte die Störung, das ist ja der unbekannte Pointer. Ich erzähle es einfach mal so, Sie sehen unten eben in diesem Bild eben das subkortikale System, da ist ja eben ein Hypokampus und Amygdala, das sind ja Dezentren, wo Emotionen, Angst und Gefühle und Ereignisse also Erinnerung herangehen und hier das Fontalhirn eben, wo die Ereignisse das Langzeitgedächtnis gespeichert wird, emotional gespeichert wird. Und da gibt es dann eben, wenn die die Bindung gestört ist, die Stresselemente und Sensorien, alles kommt durcheinander und es wird etwas falsch gespeichert für die Zukunft.

Bedeutet eben, wenn es falsch gespeichert ist, wenn diese Zentren im Gehirn gestört sind durch die Bindungstören, durch Traumata, dann kann es ja zur langfristigen psychiatrischen und sozialen Folgen kommen. Nun, die Kinder über die wir schwächen, das sind ja eben Kinder, die ihre Familienangehörigen verloren haben und die Bindungerfahrung auch verloren haben. Entschwiechend ist ihr kein Problem, eben die Bindungstörung und das Trauma. Nun, was müssen diese Kinder erleben, was ist eigentlich passiert?

Diese Kinder haben selbst die Bombardierung und die eigenen Verletzungen überlebt, bedeutet selbst traumatisiert, sowohl körperlich als auch seelisch. Dann mussten sie auch mit ansehen, wie ihre Eltern, Geschwister, Bezugstersonen auch gewaltsam sterben, Trauma Nummer zwei. Und dann kommt plötzlich eben zum plötzlichen Verlust von ihrer ganzen Sicherheit als Kinder. Brauchen wir alle ein grundlegendes Sicherheitsgefühl, damit wir uns entwickeln können.

Fehlt die Sicherheit plötzlich? Dann ist alles gestört, dann ist das ganze System gestört. Also sie haben plötzlich eben eigenes Traum erlebt, dann haben sie auch die Eltern, traumatische Verlustung der Eltern erlebt und dann auch die Bindung, die Sicherheit, die grundlegende Sicherheit, die bei uns gegeben wird mit der Geburt plötzlich verloren. Und dann kommt es auch noch dazu, es gibt keinen Platz vorhin, sie gehen, sie werden eingeliefert von Fremden oder von Rettungskriften und sitzen einfach da im Krankenhäuser.

Es gibt keinen Anlauf Zuluch für sie, einfach nur das Krankenhaus. Und dann sind sie wahrscheinlich auch zu klein, dass sie auch ihre eigenen Namen nicht kennen oder Familien nicht kennen oder sie sind so schockiert, so traumatisiert, dass sie nicht mehr sprechen können und wie hier bei diesen kleinen Säuglingen hier das Wort Majul bedeutet unbekannt. Das heißt in den Akten in den Krankenhäusern muss etwas erfasst werden. So werden sie als unbekannt erfasst oder als WSF erfasst, eben bedeutet einfach ohne Namen, das sind Patienten, kleine Kinder, verletzt, ja verletzt, ohne Namen sind keine Familien Angehörigen.

Das ist ja wichtig, weil vielleicht hat irgendjemand von der Familie überlebt und sucht nach ihnen und wird sie nicht finden, weil sie einfach unter unbekannt erfasst sind oder unter WCNSF erfasst sind. So viel eben zu der Dramatik und dann eben kommt ja in die Bindungstörung. Was muss die menschliche Seele, die kleine Seele von diesen Kindern erleben? Erstens erleben sie einfach eine Anhaltende von Nachlässigung und Mangel an Betreuung.

Natürlich gibt es dort gute Ärztinnen, Pflegepersonen, Sozialarbeiter und Helfer, aber die wechseln jeden Tag bei Teilen von den Sterben, Teilen müssen sie schichtwechseln und so. Das heißt, sie haben nicht diese beständige Betreuung, die sie brauchen, um stabil zu werden. Sie Sie werden emotional zurückhaltend. Sie entwickeln ein gehämpftes Verhalten.

Sie haben kein Vertrauen. Sie haben minimale Reaktionen auf Trost. Trost hilft Ihnen nicht mehr. Sie bekommen Ambivalenz und Widerstand.

Und Sie verlieren langsam Ihre Identität. Der Verlust der Identität führt zu Ihrer Entwicklungstörung. Es führt zu einer lebenslangen, seelischen und sozialen Folge der Entwicklung bei diesen Kindern. Und dann kommt es noch, also ist noch nicht in genug, dann kommt doch etwas anders dazu, nämlich, was Sie auch in den Medien erlebt haben oder erfahren haben, Mangel an Versorgung, Mangel an Nahrung, Mangel an sauberem Wasser und Mangel an medizinischer Versorgung von diesen schweren Wunden und dann auch der Schutz, die Familie fehlt, Häuser fehlen und dann kommen Sie in überfühlte Notunterkünfte, wo fehlende Sicherräume für Kinder gibt.

werden dann eben irgendwie, sie haben ein Risiko auch ausgebäutet zu werden oder missbraucht zu werden und dann auch die zerstörten Strukturen. Es gibt keine Schulen, es gibt keine Kitas, gibt keine Langzeiteinrichtungen. Diese Strukturen sind wichtig für unser Leben. Wir sind hier in einem Gebäude und wissen wo wir sind.

Das stabilisiert uns, gibt uns auch die Routine. Die Leute, die Kinder dort sind einfach gefangen in Trümmerhaufen. Sie haben keine Strukturen, die sie im Alltag stabilisieren. Entschwächen haben sie auch keine Chance, dass sie einfach aus ihrem Trauma rauskommen.

Trauma haben Sie vorhin gehört in dem Vortrag davor. Und dann kommt es eben zu der Entwicklung der Langzeitfolgen, die wir dann eben befürchten bei diesen Kindern. Nämlich die Posttraumatschribelastungsstörung. Das haben Sie eben sehr, sehr ausgezeichnet gehört von meiner Vorrednerin, was das ist.

Das sind die Flashbacks, der Albträume, Vermeidung, Veränderung des Wesens, negative Gedanken und so weiter und das Fatale, was ich immer finde bei Kinder, ist, dass sie ihr Trauma immer wieder nachspielen. Sie erleben ihr Trauma immer wieder im Spiel. Also, wie Stephen King zum Beispiel in seinem Roman eben, wo die vier Freunde einer Stab eben durch Zugunglück und alle Kinder, alle anderen drei gehen eben zum Gleisenspiel dort, spielen das Trauma. So, und so kann man das auch vermuten, eben bei den Gazaner Kinder.

Dann, sie entwickeln auch depressive die WHO hat mittlerweile eine schreckliche Ziffer von Depressionen bei Kindern in Gaza vorgestellt, nämlich etwa 25 Prozent der Kinder bekommen Depressionen. 55 Prozent bedeuten mehr als die Hälfte werden Depressionen bekommen oder generalisierte Anstörungen oder Phobien oder Panikstörungen. Vor allem sie haben Angst vor Weitereinverlusten, sie leben einfach in einer unsicheren Welt, weil die Welt hat immer böse Überraschungen, sie werden immer etwas verlieren. Das hat sich eingebrannt in ihrer Seele.

Oder Angst vor Ablehnung oder Angst eben, dass sie keine Sicherheit haben. Es gibt nicht das Familiennetz, die Bezugspersonen, die einfach diese Angst auffangen können oder ihnen Sicherheit gegeben haben. geben kann. Neben diesen psychischen, psychiatrischen Langzeitfolgen gibt es auch soziale Langzeitfolgen.

Das haben sie auch im Vortrag vor mir gehört, eben die Bereittechnung der sozialen Integration. Die Kinder haben Schwierigkeiten, stabile Beziehungen aufzubauen. Sie haben Misstrauen gegenüber Erwachsenen, weil Erwachsenen sind gefährlich und sie haben auch sogar Schwierigkeiten in ihrer Peer-Grups in den gleichalterigen Gruppen eben Kontakte aufzubauen und sie nagen zur Isolation. Schwierig ist, was ich auch so schwierig finde, ist ja eben der Identitätsverlust oder die Identitätsstörung.

Ein Familiensystem gibt uns unserer Identität, wie wissen wer wir sind, weil wir eine Familie haben, die eine Geschichte hat und die auch in Zukunft hat. Diese Kinder haben keine Familien. Das heißt, sie haben keine Identität. Sie haben eben, sie wissen nicht eben, welche Zugehörigkeit sie haben, zu welcher Familie oder wer sie überhaupt sind oder ob sie überhaupt zu irgendjemand gehören.

Ihre Werte, die Familie vermittelt Werte. Es gibt niemanden, der ihnen Werte vermittelt und Familie vermittelt auch Sicherheit und Zukunftperspektive. Das gibt es auch nicht eben. keiner kann ihnen das vermitteln.

Also es kommt eben zur Identität Störung und es gibt auch andere Langzeitfolgen. Sie haben es ja vorhin gehört, eben so im frontalen Cortex wird auch Gedächtnis gespeichert und Emotionsgedächtnis. Aber durch die Störung im neuronalen System gibt es ja auch kognitive Beeinträchtigungen mit Konzentrationsstörungen, mit Gedächtnisproblemen und natürlich auch zu Lernrückstände. Also es ist nicht nicht nur so, dass sie keine Schulen haben, sondern auch ihre Lernfähigkeit ist durch eben diese Erlebnisse gestört.

Sie haben schülische Schwierigkeiten entsprechend auch Gefährdung ihrer beruflichen Perspektive. Und was auch fatal ist, was wir auch in Deutschland immer wieder erleben bei alten Leuten, die eigentlich nie im Krieg waren, aber sie haben das Kriegstrauma von ihren Eltern oder Großeltern geerbt, wenn diese unbegleiteten Kinder in Gaza groß werden und Heiraten und Kinder zeugen, dann werden sie wahrscheinlich ihr Trauma auch eine ihre Kinder vererben. Nun, ist alles verloren? Nein.

Ich will eben Hoffnung geben und ich will den Veranstaltern dieser Veranstalter hier vom ganzen Herzen danken, weil es gibt Hoffnung und es gibt Wege und die Wege werden hier angelegt, nämlich eben wir können und wir müssen etwas tun für diese Kinder und für diese Menschen dort erst mal den stabilen Aufbau, der dauerhafte Waffenstillstand und der Aufbau, wie der Aufbau von zivilen Strukturen, die Sicherheit und die Routine vermitteln. Es ist enorm für das Sicherheitsgefühl nicht nur von Kindern, auch von Erwachsenen. Und ich denke, das ist etwas, was wir von hier aus, von hier anlegen können, aber auch das Angebot von spezialisierter Hilfe, dass wir dafür sorgen, dass psychologische Langzeittherapie und spezialisierte Kindereinrichtungen mit geschultem Personal angeboten werden. Natürlich gibt es in Gaza wenig psychologische Hilfe und wenig geschultes Personal, aber das ist etwas, was in unserer Hand liegt.

Wir können es hier anführen, anstalten, starten und auch nach Gaza bringen. Und dann auch was wichtig ist, um die Identität dieser Kinder eben nicht zu gefährden, dass man hilft, eben bei der Suche nach Verwandten, eben dass man auch weltweit also irgendwo entfernte Verwandte um damit wir diesen Kindern ein Stück ihrer Identität zurückgeben. Und was jetzt auch in Gaza eben wunderbar und so richtig emotional Schön, eben passiert, dass die überlebenden Familien in Gaza, viele Gazaner, die trotz ihrer Not, die nehmen solche Kinder auch in deren Familienverbände, um ihnen Familie und Rückhalt zu geben. Und ich wünsche mir, dass wir auch von hier aus aus Deutschland aus auch solche Programme starten können.

Sie sehen, es gibt Hoffnung, es gibt Wege, die müssen wir einfach allen gemeinsam anpacken. Und nun zum Schluss, nur einfach nur kurzer Ruck liegt, was ich erzählt habe. WCNSF ist das schrecklichste Akronym der Welt, muss man sagen. Mehr als 50.000 Kinder wurden in Gaza Krieg getötet oder verletzt und es gibt viele von ihnen sind verletzte Kinder ohne überlebende Familien und das wichtigste, der wichtigste Schutzfaktor haben sie auch von meiner Vorrednerin gehört, ist ja eine stabile Liebeszugsperson und eine langzeitige, langfristige psychosoziale Unterstützung und das ist etwas, was wir gemeinsam umsetzen können.

Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und vielen Dank auch an die Vereinstaater. Dankeschön.

15 Min

Arbeit mit lokalen Partnerorganisationen am Beispiel von Medico

Tsafrir Cohen

medico international e.V. (abgesagt)

Mittagspause & Industrieausstellung12:30-13:30

Block 3

13:30-15:00

Technologische und medizinische Zukunftsperspektiven

20 Min

3D-Druck in der Exoprothetik

Maximilian Weber

/ Nadine Szygulla

Kaphingst

KI-Zusammenfassung

Der Vortrag stellt verschiedene 3D-Druckverfahren und deren Einsatzmöglichkeiten in der Exoprothetik vor. Dabei geht es um Materialien, Fertigungsprozesse, Präzision und die Möglichkeit, Versorgung individueller und flexibler zu gestalten. 3D-Druck wird als technologische Chance beschrieben, um Hilfsmittel schneller und passgenauer herzustellen. Im Hintergrund steht die Frage, wie moderne Technik dazu beitragen kann, auch unter schwierigen Bedingungen eine bessere Versorgung aufzubauen.

Volltext

Kann Fehler enthalten. Transkription durch KI.

Ganz herzlichen Dank, dass Sie da sind. Ja, ganz herzlichen Dank für die Einladung. Ganz zu Anfang, bevor ich mich vorstelle und meine Kollegen einmal kurz auch vorstelle, möchte ich einen Hinweis geben, dass es gegebenenfalls einen potenziellen Interessenskonflikt auf meiner Seite gibt. Ich arbeite bei der Firma CapPings und verdiene mein Geld bei der Firma CapPings, von daher einen Hinweis, dass die Inhalte in der Präsentation möglicherweise auf meinen Erfahrungen basierend ich hier in Deutschland gemacht habe.

Ja, ich möchte mich gerne einmal gemeinsam mit Ihnen mit meinem oder unserem Denkmuster beschäftigen, wie könnten 3D-gedruckte Prothesen in Krisengebieten vielleicht eingesetzt werden oder uns helfen, kostengünstig oder effizient Hilfsmittel schneller zu den Menschen zu bringen, die sie doch so unbedingt notwendig haben. Der zweite Punkt ist ein kleiner Überblick über die Kernherausforderungen, die wir haben. Ich stelle das Ganze natürlich sehr schematisch dar, aber wir dürfen ja auch gerne ein wenig Zeit reinholen, habe ich gehört. Dann für Sie eine Informationen?

Was sind eigentlich so die Grundlagen in dem 3D-Druck, in der 3D-Druck-Technologie? Was gibt es aktuell? Was existiert vielleicht schon und wortaus können wir lernen oder was können wir möglicherweise weiterentwickeln in der Zukunft? Danach noch ein paar Informationen von meiner Seite, was die Materialien angeht und vielleicht ein paar Vergleichsargumente gegenüber den klassischen Prothesen, so wie wir sie dort hinten in der Ausstellung einmal sehen.

Mobile 3D-Drucklabore: Wie könnten sie aussehen, und wie sieht es in der Kostenstruktur und in der Wirtschaftlichkeit aus? Was kostet denn so ein kleiner 3D-Drucker, und welche Kosten könnten insgesamt auf uns zukommen? Ja, mein Denkmuster oder unser Paradigma in diesem Falle ist: Wir möchten schnell und kostengünstig versorgen. Wenn wir uns vorstellen, wir haben eine amputierte Person, ein amputiertes Kind, dann ist es ja eigentlich so, dass wir Orthopädietechniker in der Versorgungskette diejenigen sind, bei denen es wieder aufwärts geht. Die gesamte Maschinerie hat funktioniert, die Operation hat funktioniert, der Stumpf ist belastungsfähig und die Lebensgefahr ist vorerst gebannt, und wir können in die Zukunft blicken. Es ist ganz, ganz wichtig, dass wir dann auch schnell Hilfen bringen und die Kinder wieder ins Laufen bringen, denn es gibt kaum etwas Furchtbareres, als ein Kind ohne Beinprothese oder ohne Armprothese am Ende des Tages einfach unversorgt zu lassen.

Ja, so könnte vielleicht in Zukunft ein Seekontainer aussehen, den wir hier bestückt haben oder wo auch immer bestückt haben. Da stehen dann diverse 3D-Container oder 3D-Drucker drin. Der eine Drucker druckt den Unterschenkel, der andere druckt das Rohr oder druckt den Prothesenschaft. Je nachdem, was man dafür Voraussetzung hat, kann man in so einem Container alles Mögliche reinbringen, um dann vor Ort die Beinprothese, so wie wir es gerade da hinten sehen, eigentlich ohne menschliche Arbeit drucken zu lassen.

Das heißt, eine Werkstatt, eine technische Werkstatt, so wie die Firma Cupings, das in Werder hat beispielsweise, wo das Ganze produziert wird und noch per Hand gefertigt wird, ist eigentlich mit so einem 3D Drucklabor eigentlich kein Problem her. schnell und kostengünstig. Das war mein Gedankengang. Wie funktioniert so was?

Es funktioniert, wenn vor Ort jemand ein digitales Messgerät hat. Digitales Messgerät ist beispielsweise hier so ein Weißlichtscanner oder man kennt die Sensoren beziehungsweise die Technologie mittlerweile aus den iPhones. Jedes iPhone 15 hat so ein Liedersensor oder so ein Saugroboter, den wir fast wahrscheinlich alle zu Hause haben, der erkennt die Umgebung und der kann die Oberfläche messen und wahrnehmen und kann daraus am Ende des Tages eine 3D-Datei erstellen, die wir im Computer-Design können. Computer-Design heißt für mich, ich bekomme Maße als Orthopödie-Techniker, ich bekomme ein 3D-Objekt und ich muss das ganze Zweck modellieren.

Heutzutage ist immer noch die Technologie, ich muss einen Gipsabdruck machen von den Beinen, damit ich eine Negativform habe. Diesen Gipsabdruck nehme ich dann in meine Werkstatt und gieße den aus, damit ich in der Werkstatt sozusagen wieder die Positivform habe. Und dann stehe ich an der Werkbank und modelliere und arbeite das ganze Thema mit der Hand auf. Das können wir mittlerweile digital machen.

Und wenn wir das digital machen, dann bin ich unabhängig von Kilometern, von Strecken, von sehen, das ist ganz egal. Die Datei, die hier bei rauskommt, wenn ich einen Scan mache, die ist so klein, dass ich ihnen per E-Mail oder dass ich diese per E-Mail weg schicken kann. Also gegebenenfalls ist in Gazastreifen jemand, der das Maß nehmen kann eines Kindes und bilden von 10 Minuten hat das gegebenenfalls einer in Italien, in Deutschland oder ähnliches in seinem Computer auf seinem Computer und kann die Datei schon modellieren. Sobald das Teil modelliert ist, schickt er diese Datei wieder zurück in in den Gaseschreifen und da ist dann so ein 3D Drucklabor und dann wird die Prothese daraus gedruckt.

Das wäre schon genial, wenn wir das hinkriegen. Die Herstellung sollte egal in welchem Falle vor Ort stattfinden, meine Auffassung nach, das muss man in irgendeiner Art und Weise hinkriegen, weil nicht nur das Neu herstellen, sondern am Ende des Tages auch das Produzieren von Ersatzteilen oder von sogenannten Passteilen ist ganz herzlichen wichtig, da wird die Kollegin später noch drauf eingehen. Habe ich mich überhaupt eingangs vorgestellt? Ne, habe ich nicht, ne?

Habe ich vergessen. Machen wir dann nachher. Ja, die Anpassung und die Therapie. 3D-gedruckte Prothesen müssen, egal was passiert, natürlich auch angepasst werden.

Die müssen gefittet werden an dem Anwender, die müssen eingestellt werden. Die Kinder verändern sich. Daher Module-Systeme oder Modulare-Systeme, damit man mal einen Längenwachstum. Ich habe selber zwei Kinder.

Ich weiß gar nicht, wie viele Schuhe ich letztes Jahr gekauft habe, wie schnell die groß geworden sind. Und dementsprechend müssen wir natürlich auch die Prothesen in der Länge und in der Größe in der Breite anpassen können. Und das geht nur, wenn vor Ort die Produktionskapazitäten da sind. Das ist unser Wunsch-Szenario, dass wir tatsächlich dann ein Kind haben mit beiden Prothesenversorgung und zwar einmal so frei steht, Nicht mit Unter-am-G-Schützen, sondern einmal wirklich auf beiden beiden Eigens stehend in seinem eigenen Leben.

Jetzt stelle ich mich aber trotzdem noch mal kurz vor und danach dich, sonst können wir nicht weitermachen. Mein Name ist Maximilian Weber. Ich bin Ortho-Bedit-Techniker-Meister bei der Firma Cuppings. Und ich persönlich habe bereits Erfahrungen mit Krisengebieten gemacht.

Ich habe über sechs, sieben Jahre lang Kosovoinvaliden oder Kriegsinvaliden aus dem Kosovo mit versorgt und bin seit Anfang des Jahres-Geschäftsführer bei der Firma Cuppings. Ich habe meine Kollegin, die Frau Schregula, mitgebracht. Sie ist Vertriebsleiterin bei der Firma Cuppings, ebenfalls Orthobedi-Technik-Meisterin. und naja wir haben anfänglich, da haben wir uns kennengelernt als ich noch sehr oft jedes wochen in den Kosovo zurückgeflogen bin und wir haben das so gemacht als ich im Kosovo war, wir haben die Gipsabdrücke gemacht, haben die zerschnitten, haben die dann in die Koffer gelegt, also wir sind ohne Sachen hingereist sozusagen und haben dann die Gipse in dem leeren Koffer durch den Zoll nach Deutschland manövriert, haben die dann in Deutschland wieder zusammengebaut, haben sie dann ersetzt und haben dann in Deutschland die Prothesen gebaut und dann haben wir die Prothesen fertig verpackt in dem Karton wieder in den Kosovo geschickt und dann konnte man vor Ort anprobieren.

Aber die Produktionskapazität war halt eben leider nicht da und so konnte man wenigstens da die Kriegsinvaliden entsprechend versorgen. Und sie glauben gar nicht, wie viele Kinder und wie viele Familien da an der Tür geklopft haben, als das Publik geworden ist, dass wir da sind und dass wir da Versorgung bauen können. Ja, es geht weiter. Der Überblick über die Kernherausforderungen Naja, wir haben es Eingangs gesehen.

Wir haben eigentlich keine Infrastruktur, das Bild, was sehr beeindruckend, was wir eben gerade zu Anfangs gesehen haben, wie viel da tatsächlich kaputt ist. Wir haben keine Ortho-Bedit-Technik-Werkstätten, die spezialisiert sind. Also das traditionelle Handwerk, so wie wir es hier aus Deutschland kennen oder aus Italien oder aus Österreich oder Umgebung, das gibt es nicht mehr vor Ort, auch weil die Infrastruktur einfach zerstört ist. Also keine spezialisierten Werkstätten.

Wir haben keine therapeutischen Einrichtungen für Kinder oder zumindest nicht so, dass wir der Masse und der Anforderungen in irgendeiner Art und Weise gerecht werden können. Außerdem Reparatur und Wartung. Ein beinamputierter, das hat der Dr. Hochholz zu Anfangs gesagt, den betreuen wir am Ende des Tages eigentlich ein Leben lang.

Es muss immer mal wieder was nachgepasst werden. Es muss immer mal wieder was repariert werden. werden. Es geht was kaputt.

Und gerade bei Kindern. Wir sind mehr am reparieren, als das wir am Ende des Tages eigentlich neu bauen, weil die sollen ja auch ihr Leben meistern und sollen ja auch alles damit machen. Das ist eigentlich das Allerwichtigste. Das heißt, wir sind aber auch angehalten dazu, möglichst schnell und möglichst viel Wartung und Reparaturen durchzuführen, damit erst gar nichts passiert.

Ja, grundlegend kann man sagen, man Man braucht eine digitale Modellierung, also ein sogenanntes CAD-Verfahren, Computer-Edited-Design. Ich nehme anatomische Maße, schiebe die ganzen Maße in ein Computer und modelliere die Maße. Ich habe nachher nach so einer kleinen Präsentation da, wie das Ganze aussehen kann, wenn man das digital modelliert. Komm, was wolle?

Es muss ein Spezialist da sein, der weiß, was er tut. Auf welche B-Lastung und Endlastungszonen muss geachtet werden. Funktionellen Einschränkungen sind da, gibt es Narben, gibt es keine Narben, gibt es irgendwelche wichtigen Sachen, die man beachten muss in der Vormgebung. Die 3D-Druckmaterialien, die man hier primär nennen kann, das ist das typische FDM-Verfahren, FDM-Verfahren, das ist das Filament-Verfahren.

Jeder kann sich so einen Hobbydrucker zu Hause hinstellen mittlerweile und das Das typgängigste Verfahren ist eigentlich das sogenannte FDM Filament Deposition Modeling. Ein Filament geht in einen Extruder rein, wird heiß gemacht und der 3D Drucker druckt das Ganze auf den Druckbrett. Man kann sich das auch so ein bisschen vorstellen wie bei einer Heißklebepistole. Hinten ist der Heißklebestift und vorne kommt der flüssige Klebstoff raus.

Dann gibt es mittlerweile SLA-Verfahren. können Sie sich vorstellen, es ist ein Becken mit einer Flüssigkeit. mit einem Harz und der Drucker, der schießt von unten sozusagen UV-Strahlen und das UV härtet das Harz aus. Auch das ist eine Druckmöglichkeit.

Bei dem FDM-Verfahren, da gibt es diese kleinen, feinen Riefen da drauf, die man sieht, auf dem 3D-Druck. Bei dem SLA, das ist eigentlich ein geschlossen Pore des Materiales. Also verschiedenste Druckverfahren, die man gut einsetzen kann für die verschiedensten Anforderungen. Alles geht über solche kleinen Drucker.

Es gibt aber auch sehr, sehr große Drucker von HP mittlerweile in Pulvertruckverfahren. Das ist einfach nur ein Kostenfaktor, aber wir wollen ja hier wirtschaftlich und sinnvoll denken und möglicherweise die ganzen Regulatorien und Herausforderungen vielleicht ein wenig beiseite lassen. Demokratie sollten wir da nicht fördern. Modularität ist ganz wichtig.

Module, so wie wir es beispielsweise einkaufen von einer Firma Ottobock in Göttingen oder von einer Firma Öshur, das sind diese tollen Teile hier. Die kann man zusammenschrauben und kann man X-Bein und O-Bein justieren oder ähnliches. Aber diese Module, die werden zurzeit im CNC-Verfahren hergestellt. Das heißt, man hat ein Block-Metall und das Metall am Ende geht eine Fräse drüber und der ganze Ausschuss, der geht in den Müll und dann hat man hier ein solches Modul.

Auch das können wir in Zukunft drucken. In Andalusien ist ein riesengroßes Unternehmen, das mittlerweile große Turbinen druckt und da am Ende des Tages deutlich schneller und deutlich weniger Ausschuss hat. Auch die Teile könnte man vor Ort in einem solchen Drucklabor einfach drucken. Aus Metall.

Denken Sie ans schweißen. Denken Sie ans Weg schweißen. Es ist nichts anderes. Ich versuche es.

Es geht, ich bleibe mal von da dran. Jawohl, danke. 3D-Druck verbindet am Ende des Tages Metall, Kunststoff und es gibt die verschiedensten Möglichkeiten leichte, widerstandsfähige und vor allen Dingen kosteneffiziente Produktionen herzustellen. Kosteneffizient heißt in In dem Falle, ich habe keinen Ausschuss, ich produziere einfach keinen Ausschuss, ich nehme das Material, was ich brauche und damit fertege ich meinen Werkstück.

Internistrukturen, wenn Sie hinten mal schauen, vielleicht beim Rausgehen, wir können Wabenmuster drucken, wir können diverse Muster drucken und alleine nur durch das Profil können wir Gewicht und Stabilität von Exoprothesen deutlich beeinflussen. einfache Reparatur, das hatte ich eingangs schon mal gesagt, wenn bei so einem Drucker ein Teil kaputt geht, dann hat man hoffentlich noch einen zweiten da stehen und dann kann man sich das Reparaturteil von dem Drucker einfach wieder selber drucken oder gegebenenfalls von so einer Prothese einfach selber drucken. Also es ist wichtig, dass man da autark ist und vor allem nicht abhängig von irgendwelchen Lieferketten ist. Ja, meine Idee ein mobiles Labor vor Ort.

Beim besten Willen, wenn die Firma Rheinmetall bereits 3D Drucklabore hinkriegt, dass man vor Ort Waffen und Munition produzieren kann, dann werden wir es doch wohl schaffen, dass wir Beinprotesen produzieren können. Digitale Maßnahmeverfahren vor Ort implementieren, jeder, der ein iPhone 15 hat, der kann ein Ende des Tages ein Stumpfmaß nehmen und diese Maße überleiten an Personen, die sich damit ausgehen und Rücksprache halten. Das muss nicht im Gaser sein derjenige, welcher der modelliert. Reduzierte Transportkosten.

Wir haben bei der Firma Cuppings am Tag mindestens 15 bis 20 Päckchen von irgendwelchen Passteilen, die wir einfach bestellen und das funktioniert nur, solange die Logistik funktioniert. Wenn wir keine Logistik haben, dann haben wir auch keine Passteile. Das heißt, wir müssen das hinkriegen, die Passzeile vor Ort herzustellen und selber zu drucken. Dann haben wir lediglich das Filament oder das Rohmaterial, was wir vor Ort bereitstellen müssen.

Und dann können wir auch dementsprechend schnell und ohne Ausfall von Logistikeinheiten oder Lieferketten arbeiten. Die Kostenstruktur. Naja, niedrige Anschaffungskosten im Vergleich. Da hinten das kleine Kerlchen, das ist ein kleiner Hobbydrucker.

Der kostet nicht ansatzweise mehr 100 Euro. Der braucht 4 Stunden, dann hat man ein Probeschaft da, wo man wirklich schon mal eine Aussage treffen kann, funktioniert das oder funktioniert das nicht. Es gibt aber auch mittlerweile Drucker, die kosten bis zu 100.000 Euro, die drucken in verschiedenen Schorhärten, in verschiedenen Farben und in den verschiedensten Ausführungen. Da ist die Frage, was ist überhaupt sinnmäßig, zweckmäßig oder was ist überhaupt notwendig?

Weniger ist da vielleicht manchmal mehr. Kosteneffizienter Einsatz, das Rohmaterial, das ist dieses typische Filament, das gibt es in verschiedenen Ausführungen. Man könnte dieses Filament auch als Metall sehen letztlich oder als TPU, also ein weicheres Material. Aber wenn der Drucker einmal läuft, dann braucht er am Ende des Tages nicht mehr mich, sondern dann macht er das selbst.

und ich kann den nächsten Patienten machen oder ich kann den nächsten Patienten oder kann mich ums beüben der Kinder kümmern und ähnliches. Da ist die Technologie wirklich ein Segen und so ein Adapter, der kostet mittlerweile auch um die 100 Euro, wenn wir uns den selber herstellen können, weil das sind immer dieselben, dann wird das garantiert auch günstiger mit der Zeit. Ich bleibe dabei, reduzierte Transport- und Reparaturkosten auch hier ein wichtiger Faktor. man muss da in diesem Gebiet handlungsfähig bleiben und dann können wir nicht auf irgendwelche Logistikwege zählen.

Wir müssen vor Ort transportieren. Das ist ganz herzlichen wichtig. Frau Schigula, Sie sind dran. Ich bin durch mit dem ersten Thema.

Herzlichen Dank. Ich war schneller 13 Minuten. Willst du damit arbeiten? Ich darf mich kurz vorstellen.

Mein Name ist Nadine Ich bin die Technikermeisterin und arbeite auch bei der Firma Cuppings. Dementsprechend auch von mir noch einmal der gewünschte Hinweis, ich verdiene mein Geld, damit Patienten zu versorgen. Die mitwirkzende Freiheit, warum die Prothesenversorgung bei Kindern eine eigene Welt ist. Es geht kurz darum, wie sieht so eine Prothesenversorgung aus.

Besonderheiten, worauf müssen wir achten, wenn wir die Kinder versorgen möchten. Welche Herausforderungen stellen uns die Kinder und der Körper anatomisch und biomechanisch? Auch das haben wir heute schon mehrfach gehört, psychosoziale Bedeutung. Die Kinder sollen am Leben teilhaben können.

Dazu sind einfach interdisziplinäre Versorgungsteams notwendig. Wir brauchen das Ganze nicht nur einmal, sondern mitwachsen. Das heißt also, wir müssen ständig die Prothesen neu anpassen, wie sieht so ein Alltag aus, welche Mobilität brauchen wir und Aktivität mit der Prothese? Eine kurze Zusammenfassung.

So, starten wir. Das Kinder wachsen und sie sollen groß werden, stark und selbstbewusst. Das geht eben nur mit den Prothesen. Wir müssen die ständig nachpassen und anpassen, damit die Kinder entsprechend auch handlungsfähig bleiben.

Kinder haben einen unglaublichen Bewegungsdrang. Wie sieht so eine Prothese aus? Wenn der Schaft zu klein ist, muss der vielleicht von der Weite her entsprechend geändert werden oder das Bein muss einfach verlängert werden, weil es einen Lengmachstum gab. Und dementsprechend sollen sie ihre Erfahrungen machen und ihren Bewegungsstrang auch ausleben können.

Die Entwicklung und die psychosozialen Aspekte. Prothesen müssen Bewegungsfreiheit und Komfort bieten, damit die Kinder im Sozialleben teilhaben können. Dabei auch nochmal, die Teams sind einfach unglaublich wichtig. der soziale Hintergrund und das soziale Umfeld, muss irgendwie querleistet werden.

Bei einer Prothesenversorgung müssen wir besonders auf das körperliche Wachstum eingehen. Das ist nun mal unabdingbar. Das heißt also, die Modellapasteile, wie der Maximilian Weber das schon erwähnt hat, helfen uns einfach, relativ schnell darauf reagieren zu können. Es gibt, so wie hier gezeigt, auch Bohersysteme, um auf Volumenschwankungen eingehen zu können.

Wir könnten mit Stumpfentbelastungskissen arbeiten, um in einem festen Schaft noch einen Platz für das Wachstum zu gewährleisten. Kinder haben eine ganz sensible Haut, auch da müssen wir im Zweifelsfall mit den Prothesen und den Materialien darauf eingehen, sind unglaublich druckempfindlich, dementsprechend müssen wir vielleicht anderen Materialien verwenden als bei einem Erwachsenen und wir müssen das ganze planen, also diese Wachstumspuffer wie eben schon erwähnt mit Stumpfend-Belastungskissen einfach regelmäßig vor, dass wir das anpassen müssen. Die anatomische und biomechanischen Unterschiede bei den Kindern sind eben einfach, dass wir darauf achten müssen, dass die Wachstumsfugung keinen Druck bekommen dürfen im Prothesenschaft, was vielleicht dann auch heißt, dass wir zusätzlich ein Oberschaft brauchen bei einer Unterschenkelprothese zum zum Beispiel, um eine bessere Kraftübertragung gewährleisten zu können, damit die Kinder, die Prothese auch entsprechend ansteuern können. Das nutzt nun nichts, wenn sie ein Bein haben, was aber so schwer ist, dass es nicht gesteuert werden kann oder wenn es so viel Spiel hat, dass diese Kraftübertragung nicht effizient ist.

Das kostet einfach das Kind oder den Anwender so viel mehr Kraft, um überhaupt eine Bewegung verursachen zu können.

20 Min

Besonderheiten der Prothetik bei Kindern

Maximilian Weber

/ Nadine Szygulla

Kaphingst

KI-Zusammenfassung

Im Zentrum steht, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind und prothetische Versorgung sich an Wachstum, Aktivität und Entwicklung anpassen muss. Veränderungen in Körperproportionen, Achsstellungen und Belastungsmustern erfordern häufige Anpassungen und robuste, zugleich flexible Systeme. Der Vortrag betont, dass Prothesen für Kinder besonders leicht, funktional und alltagstauglich sein müssen. Gute Versorgung bedeutet deshalb kontinuierliche Begleitung statt einmaliger Anpassung.

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die verändern sich und wir müssen darauf eingehen. Und die Prothese entsprechend immer wieder anpassen. Die X- und O-Beinstellung von den Kindern oder ja, das, ja, robuste und flexible Prothesenmechaniken sind grundsätzlich notwendig, um einfach diese ganzen Belastungen aufnehmen zu können und den Kindern trotzdem die Bewegung zu ermöglichen. Die psychosoziale Bedeutung von der Prothesenversorgung, da kommt unser Superheld ins Spiel.

Nur wer am Leben teilhaben kann, kann, kann auch einen Selbstbewusstsein entwickeln und kann stark werden. Die Herausforderungen und die Stigmatisierung für die Kinder haben wir schon von Frau Havaacca gehört, sind einfach Besonderheiten, auf die wir eingehen müssen und die man berücksichtigen muss bei der Kinderversorgung. Dabei darf die soziale Unterstützung, wie wir es schon öfter gehört haben heute einfach nicht fehlen. Das Kind lernt viel schneller mit Anleitung und daraus resultieren grundsätzlich Erfolgserlebnisse, was einfach so eine Therapie, ob Physiotherapie oder Ergotherapie, einfach unglaublich wichtig machen.

Mit interdisziplinären Versorgungsteams müssen wir eine optimale Prothesenbetreuung und Versorgung und Anpassung ermöglichen. Wir müssen alle zusammenarbeiten, damit das funktionieren kann. Die Physiotherapeuten und Ergotherapeuten, die hatten wir eben auch schon mal, fördern einfach die motorische Entwicklung und trainieren die Alltagshandlungen mit dem Kind, Die psychologische Unterstützung, einfach um mit diesen Belastungen, diesen emotionalen Belastungen umgehen zu können. Familien- und Schulbeteiligung, auch da haben wir die Inklusion, hatten wir heute schon mal gehört, ist einfach wichtig, damit die Kinder am Alltag teilhaben können.

Die mitwachsenen Prothesentechnologien, um nochmal auf die prothetische Versorgung einzugehen, gehen, sollte auf jeden Fall aus Modularpasteilen bestehen, damit wir eben schnell auf Veränderungen einfach reagieren können. Da muss man im Zweifel zwei bei so einem Schraubadapter nur drei Schrauben öffnen, um die Stellung neu einzustellen oder eine Schraube, um die Länge einzustellen. Das können ganz fast jeder, sage ich mal, der ein Vierer-Imbus hat. Ein Vierer-Imbus ist bei uns im Beruf tatsächlich so das Alltagswerkzeug, mit dem wir fast alles einstehen können an den Prothesen.

Moment, da war noch was. Also innovative Materialien sind grundsätzlich natürlich auch unterstützen uns dabei, genau so was wie ein Boa-System einarbeiten zu können, damit sie entsprechend leicht und trotzdem stabil sind. Der 3D-Druck kommt unaufhaltsam, das ist normal so und das ist auch gut so. Die Anforderung im Alltag, die Prothese muss einfach eine ganz hohe Stabilität und Flexibilität bieten, damit die Kinder spielen können und ihren Bewegungsdrang ausleben können.

Oft sind die Versorgung schneller abgenutzt, der Maximilian hat das auch schon gesagt, als dass die Kinder überhaupt rausgewachsen sind. Meine Kinder haben im 242 auch ohne Prothese so viele Hosen kaputt gerutscht, schon erlaufen konnten, das ist einfach so. Und dementsprechend müssen die auch dann so eine Versorgung entsprechend nachgearbeitet werden und repariert werden. Die Kinder sollen das möglichst selbstständig machen können.

Sie brauchen eine Leichtprothese, die sie halten können, die sie bedienen können. Sie brauchen eine entsprechende Verschlussmöglichkeit. Sie müssen sich selber vielleicht auch mal das Bein an und ausziehen können, weil irgendwo vielleicht was gedrückt hat oder der stumpf schwitzt oder keine Ahnung irgendwas juckt und sie kommen dann nicht dran durch den Schaft, das ist wichtig. Im Zweifürzfall gibt es auch noch für Sportprothesen, die kann man im Alltag meistens nicht so gut gebrauchen, aber auch da gibt es Möglichkeiten in Bewegungsdrang der Kinder gerecht zu werden und auch den zu ermöglichen, Sport zu treiben.

Und zwei für zwei bin ich dann tatsächlich jetzt auch schon fertig. Ganz wichtig ist die multidisplinäre Versorgung. Wir haben die mitwachsenen Prothesensysteme. Kinder brauchen eben nicht nur ein neues Bein, sondern eine ganzheitliche Versorgung, die alle Aspekte berücksichtigt.

die moderne Technologien ermöglichen, uns entsprechend darauf reagieren zu können. Und unser Ziel dabei ist, einfach unseren Superhelden maximale Freiheit, Selbstständigkeit und Lebensfreude heute zu ermöglichen und für die Zukunft sicherzustellen. Ja, das letzte Thema für heute. Danach dürfen wir gerne nochmal oder danach freue ich mich auf die gemeinsame Diskussion, wie wir das Ganze vielleicht in Zukunft abbilden können.

Deswegen gebe ich richtig Gas, damit wir noch ein bisschen Zeit haben, um später darüber zu sprechen. Künstliche Exoprotesen und der Einsatz von KI, künstliche Intelligenz. Wieder der obligatorische Hinweis. Technologien und Sensoren, ich erkläre Ihnen kurz einmal, was gibt es eigentlich mittlerweile für Technologien in so einem Protesen-Kniegelenk?

Und was für Sensoren sind eigentlich gerade da eingebaut? Individualisierung durch digitale Erfassung. Ich habe hier vorne Ihnen ein 3D-Scanner mitgebracht, damit Sie mal sehen können, wie das Ganze im Live aussieht, wenn man tatsächlich mal so einen Stumpfscan durchführt. Danach ist ein kleines Modellvideo zu sehen.

Es ist natürlich in der doppelt und dreifachen Geschwindigkeit abgespielt, damit wir den Zeitrahmen nicht springen. Und am Ende gibt es noch so einen kleinen Abriss, wie so eine Beinprothese gedruckt wird. Danach noch eins, zwei Hinweise zu der KI, die uns unterstützt, die Beinprothesen einzustellen und mögliche potenzielle Zukunftsysteme, die noch kommen werden. Da bin ich mir ganz herzlichen sicher.

Mechatronische Systeme, die die Mechatronik, das ist am Ende des Tages ein Zusammenspiel von Mechanik und von Elektronik. Das heißt, wir haben hier eine mechanische Komponente drin, beispielsweise eine Hydraulik. Aber in dieser Hydraulik, da gibt es noch zwei Ventile und diese Ventile, die werden elektronisch gesteuert aufgrund der Sensoren Und diese Ventile gehen auf und zu. Und durch diese Steuerung, die elektrisch erfolgt, kann die Geschwindigkeit von Streckung und Beugung entsprechend der G-Geschwindigkeit angepasst werden.

Also haben wir hier ein mechatronisches System, das natürliche Bewegung und vor allen Dingen Stabilität bringt. Es gibt nichts Schlimmeres wie ein Beinprothesenträger, der gefallen ist und der plötzlich keine Akzeptanz mehr oder kein stabiles Gefühl mehr mit seiner Prothese hat, das Vertrauen ist da ganz herzlichen wichtig, deswegen auch mittlerweile in der mechanischen Ausführung. Sensoren sind zu nennen, wie beispielsweise hier ein solcher Kniewinkelsensor oder ein solches Extensionsmoment. Ich vergleiche das immer ganz gerne wie ein Handy.

Mittlerweile erkennt unser Handy auch, ob ich das so halte oder ob ich das so halte. Oder ich kann mittlerweile auch sehen, wie schnell ich laufe oder wie langsam ich laufe. Also es ist ein Gyroscope in dem Handy in irgendeiner Art und Weise verbaut. Wenn man sich jetzt noch vorstellt, man macht da noch GPS rein und ähnliches.

Ob man das will, ist wieder was anderes. Aber diesen Sensoren und die Technologie ist da. Leichtbau, dieser ganze Rahmen hier, das ist reines Carbon. Auch da hinten der Schaft von den Kollegen, wo das Boah-System drin ist, das ist reines Carbon.

Das können wir selbst verbauen und man kann sogar mittlerweile Carbonfaser drucken. Titanenbauteile, alles das, was hier eingebaut ist, das ist schieres Titanen. Es darf natürlich nicht magnetisch sein in irgendeiner Art und aber auch Titan ist da für uns ein wichtiger Rohstoff, den wir verwenden in Kombination mit den neu modernen Leichtbauteilen. Vernetzte Anpassung, drahtloses Schnittstellen.

Hier hinten in diesem Gelenk ist beispielsweise ein kleiner Bluetooth-Sensor drin. Also der Anwender kann sich mit seinem Smartphone damit verbinden und kann schauen, wie viele Schritte habe ich eigentlich gelaufen oder die schnell laufe ich eigentlich oder er kann seine sogenannten Modi einstellen also man könnte mit seinem Smartphone sagen ich möchte jetzt zum Beispiel im Wasser laufen weil wenn man im Wasser läuft braucht man deutlich mehr Kraft das ist alles mittlerweile über drahtlose Schnittstellen möglich und die Firma Ottobock von der dieses Gelenk hier ist die geht mit der Zeit und wartet sogar schon über Internetverbindung. Also es gibt ein Software-Update, es gibt ein System-Update, die Leute

20 Min

Künstliche Gelenke & Einsatz von KI

Maximilian Weber

/ Nadine Szygulla

Kaphingst

KI-Zusammenfassung

Dieser Vortrag zeigt aktuelle technische Entwicklungen bei Prothesengelenken, digitaler Anpassung und dem Einsatz intelligenter Systeme. Thematisiert werden Firmware-Updates, Fernwartung, präzise Erfassungstechniken, Sensorik sowie Rückmeldesysteme für eine bessere Nutzung der Prothesen. Ziel ist eine Versorgung, die leichter, effizienter und stärker individualisiert ist. Die vorgestellten Technologien sollen langfristig helfen, Beweglichkeit, Kontrolle und Lebensqualität deutlich zu verbessern.

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Kann Fehler enthalten. Transkription durch KI.

irgendwelche Sicherheits-Updates drauf und dann kann es weitergehen. Auch das gehört zu dem Thema: Vielleicht ist kein Orthopädietechniker vor Ort. Die typische digitale Sprechstunde könnte dann auch dort eingeschaltet werden. Die präzise Erfassung, dafür eine kleine Demonstration.

Sie haben hier so ein Weißlichtscanner vor sich. Diesen Weißlichtscanner, den hat das Unternehmen tatsächlich schon seit 10 Jahren. Es ist keine neue Technologie. Ich zeige es einfach mal schnell.

Man hat hier diese Software und in der Software nimmt man, einmal das Modell war, es ist ein Sensor und der Sensor nimmt die Oberfläche auf, ich versuche lauter zu reden. Wir sehen so die Oberfläche auf und der erkennt, wenn ich jetzt zu nah dran bin oder zu weit weg bin, gibt der mir ein Signal. Ich kann einmal um das Objekt rumlaufen und er nimmt mir die Daten eins zu eins auf. Man muss sich jetzt nur mal vorstellen, früher musste ich dafür die Gips abdruck machen.

oder wusste in irgendeiner Art und Weise, die Form am Mensch nehmen. Das war eine Riesensauerei. Wasser mit allem, was man dazu gebraucht hat. Und Sie haben jetzt gerade gesehen, wie schnell das ging.

Und ich kann jetzt einfach hier hingehen und kann das Ganze abspeichern. Und Schwupp habe ich eine ganz klitzekleine Datei. Also wir sprechen hier noch nicht mal mehr von Kilobyte. Also ich kann mehrere Objekte in eine E-Mail stecken und sie einfach versenden, das ist gar kein Problem.

Mit diesem Objekt kann dann ein Orthopädietechniker oder ein geschultes Personal, das sich mit der Modellgebung oder mit der Zweckmodellierung auskennt, weiterarbeiten, und ein Beispiel für eine solche Software bietet ebenfalls die Firma Ottobock. Es gibt aber auch noch ganz viele andere Lösungen. Es gibt auch Open-Source-Software, die man sich frei aus dem Internet herunterladen kann, um damit zu arbeiten. Ich habe jetzt einmal für Sie einen kurzen Abriss einer solchen Modellsoftware mitgebracht.

Ja, wie verbindet sich so ein Mensch mit so einer Protese? Meistens hat er unten einen Silikonliner und hat einen Stift und damit aritiert er in der Bein- Prothese und das Ganze muss natürlich auch mit beachtet werden und mit modelliert werden. Man kann die X-Bein- und O-Beinstellung, die Rotation beeinflussen digital und das ganze dreidimensional ziehen. Man könnte auch die Beugestellung oder die Streckstellung verändern.

Dann werden gewisse Punkte angezeichnet, die man entlasten möchte oder muss, also dauerhafter Druck auf die Kniescheibe oder auf das Schienbein, dass es nicht auszuhalten. Deswegen müssen diese Stellen endlastet werden. Genauso sind manche Stumpfenden nicht belastbar oder vielleicht sogar mehr belastbar, als man das sich vorstellt. Dann sind die Umfangsmaße ganz wichtig.

So ein Scan, den man macht, der ist eigentlich immer zu groß. Das heißt, man kann zwischen 3 und 6% noch mal reduzieren, damit das auch funktioniert von der Passform her. Und die einzelnen Reduzierungsmaße kann man dort verändern. Und natürlich kann man auch noch nicht nur Entlastungsflächen, sondern auch Belastungsflächen anzeichnen.

Das System zeigt gleich hinten nochmal eine Belastungsfläche im Wadenbereich, die man reinmodellieren kann. ist der Individualität Gott sei Dank keine Grenze gesetzt und man muss sich das nur vorstellen. Ich könnte das heute hier machen, ich könnte jetzt eine E-Mail kriegen für ein Kind aus Gasern, könnte mich hinsetzen und könnte das modellieren mit meiner Expertise und könnte dann die Datei zum 3D-Drucker schicken vor Ort und die Prothese könnte passen. Da müsste keiner vor Ort sein.

Dann wird der Schaft noch konstruiert, Also der Randverlauf ist ganz wichtig. Die Kniescheibe. Man kann eine digitale Anprobe machen. Sie haben gerade das ganze Bein gesehen.

Dann werden die Ränder gleich noch rausgelegt. Weil die Ränder müssen immer so ein bisschen ausgetulbt sein. Das sollte keine scharfe Kante geben. Und dann rechnet das System das um.

Und wir können daraus dann unser Modell relativ zügig an so einen 3D Drucker schicken oder an irgendeinen Druckerzentrum schicken. muss noch nicht mehr mehr oder lassen Sie es uns zu Reinmetall schicken. Vielleicht machen die uns schneller. Ja, wie sieht so eine Fertigungstechnik aus?

Da hinten sehen Sie es, wobei der kleine, da hinten ist gerade fertig geworden, habe ich gesehen. Ich zeige einmal das Video im Schnellabriss. Dafür braucht so ein etwas älterer Drucker tatsächlich ca. 6 Stunden zur Zeit.

Aber 6 Stunden sind nichts im Vergleich. Das ist jetzt eine typische Diagnosenschaft. Also wir machen bei der Anfertigung immer zunächst eine Diagnose, gucken, funktioniert das, gibt es irgendwo Druckstellen, müssen wir irgendwas verändern. Und das Material hat den Vorteil, das ist thermoplastisch formbar.

Das heißt, ich kann das mit dem Heißluftfüllen erhitzen und könnte gegebenenfalls noch Druckstellen entfernen oder Anpassungen durchführen. Und daraus könnte man dann entsprechend die 3D gedruckte Prothese herstellen. Ja, sensorbasierte Bewegungsanalyse. ich hatte Eingangs gesagt, so ein Gelenk hat ein Kniewinkelsensor, das heißt, das weiß ganz genau in welcher Lage es sich befindet.

So ein Gerät hat einen Beschleunigungssensor und ein Gyroskop drin, das weiß, wenn es auf dem Kopf steht, das ist auch mit einer Funktion, wenn man das auf dem Kopf hält, dann zeigt das an den Akkustik an. Aber dementsprechend können wir diese Sensoren auch verwenden, um zum Beispiel Static zu kontrollieren oder den Ground Reaction Force einmal zu prüfen. Haben wir ein kniesicheres Moment, haben wir ein kniestreckendes Moment. Das Gelenk erfasst also aktuelle Bewegungsmuster und kann diese auch dementsprechend präzise bei Bedarf in Echtzeit anpassen und steuern.

Also hat man zum Beispiel mal einen nicht so guten Tag und geht mal lieber langsam und macht ein bisschen schlendrieren, dann erkennt das, gelenkt das innerhalb kürzester Zeit und das kann das entsprechend anpassen und vielleicht mal die Aktivität etwas reduzieren, sodass ich trotzdem aber nicht wirklich viele Ermütungserscheinungen habe, also dass das Ganze nicht separat steuern muss. Individuelle Lernphasen sind hier auch mit zu erwähnen. Ja, volladaptive Prothesen. Bei volladaptiven Prothesen denke ich immer an den Fahrradfahrer.

Der Fahrradfahrer, der eigentlich einfach nur, ich will ein Kind, ein Kind soll Fahrrad fahren, soll Roller fahren, soll alles das machen, was so ein Kind halt eben macht. Und beim Fahrradfahren brauche ich in einem prothetischen Kniegelenk eigentlich keinelei Widerstände, sondern das soll einfach nur wie ein Türschern hier mitlaufen, soll einfach nur funktionieren. Und dieser Kollege hier oben, der hat eine Beinprothese, die erkennt innerhalb von zwei Umdrehungen zum Beispiel, dass ich jetzt im Fahrradmodus bin und dann schaltet die auf, ich fahre jetzt Fahrrad. Und sobald er wieder absteigt und sobald er entsprechend einfach wieder laufen will, erkennt auch der Bürosensor im Gelenk das Ohr, okay, der möchte jetzt absteigen, der möchte wieder in den normalen Gangmodus gehen oder Treppe hoch oder Treppe runter gehen gehen und unterstützt ihn intuitiv durch Bewegungsmuster, die das Kerlchen hier kennt.

Verrückterweise ist das Gelenk auch schon, mindestens auch 50 Jahre alt, diese Version seit Anfang des Jahres oder Mitte des letzten Jahres. Es gibt eine neue Version von diesem Gerät, das arbeitet mit 100 Hertz. Unser eigener Kopf arbeitet nur mit 50 Hertz. Das Gelenk ist doppelt so schnell wie unser eigenes Gehirn.

Das heißt, es erkennt früher frühzeitiger, als wir selber, dass es reagieren muss. Wenn wir stolpern, dann erkennt das das Gelenk und dann macht das in die Beugung dicht, so dass man sich in irgendeiner Art und Weise auch nochmal auffangen kann. Neurologische Schnittstellen, man liest immer in den Zeitungen, da habt jemand wieder irgendwas implantiert und jetzt funktioniert der Arm plötzlich wieder. Ja, das geht mittlerweile, das kann man machen, allerdings haben wir einfach noch nicht genug Erfahrungen damit.

Das muss jetzt erst noch häufiger gemacht werden. Hier ist ein Schaubild, eine Unterarmprothese und das System, was ich hier zeige, das ist das sogenannte Pattern Recognition System. Sie müssen sich vorstellen, in so einem Prothesenschaft oder in liegen in den Muskeln sind kleine Sensoren implantiert oder Sensoren liegen in der Prothese und nehmen die elektrische Spannung auf, die so ein Muskel provoziert, wenn er kontrahiert. Und je nachdem, ob ich die Hand öffne oder ob ich die Hand schließe, entsteht hier unten ein anderes Spinnennetzmuster.

Und Sie können sich vorstellen, der Anwender, wenn ich den anlerne, dann sage ich ihm, mach die Hand auf, dann gibt es das Bild, dann sage ich ihm, mach die Hand zu, dann gibt es vielleicht ein anderes Bild mit eine anderen Zacke oder hebt nur den Finger oder hebt den Daumen oder ähnliches und ich habe verschiedenste Muster, die ich abspeichern kann und der Anwender, der dann so eine Armprothese hat, der muss gar nicht drüber nachdenken, was er tut. Der braucht keine Bewegungsmuster abrufen, sondern er muss einfach seine nicht vorhandene Extremität öffnen. Das können die ja mittlerweile im Kopf oder das können sie immer noch im Kopf, weil dieses Extremität ist ja noch angelegt. Auch da kommt dann wieder die Ergotherapie ins Spiel, die sehr sehr wichtig ist, dass wir da wirklich Erfolge erzielen.

Man hat schon früher versucht, haptische Rückmeldung zu geben. Ich weiß nicht, wer ja jemandem schon mal mit einer Armprothese die Hand gegeben hat. Die Dinger, die haben gewaltig Kraft. Also die drücken gute fünf Kilo zu.

Das ist schon ganz schön ordentlich, wenn einem da die Hand gegeben wird. wird. Man hat also versucht in die Prothesenschäfte Vibrationssysteme einzubauen, wie so ein Handyvibrator. Je fester die Hand zufährt, umso mehr vibriert die Armprothese und somit hat man eine Rückmeldung, wie stark greift in diese Hand oder beispielsweise, wenn ich ein Ei greifen möchte, dann weiß ich, es sollte nur relativ leicht vibrieren, wenn es zu schwer vibriert, dann geht das Ei kaputt.

Das ist wichtig, weil dann lernt man diese Technologie auch Tatsächlich für sich zu schätzen. Ich stelle mir das immer sehr, sehr schwierig vor, dass die Menschen gar nicht wissen, wo befindet sich denn die Extremität, wenn sie da drauf stehen, wenn sie gar nicht wissen, wenn sie gar kein Feedback kriegen. Sie kriegen ja lediglich nur das Feedback aus dem Prothesenschaft unten. Leichte Materialien, biokompatible Materialien, effiziente Akkumulatoren, die am besten durch Solar oder ähnliches aufgeladen werden können.

All das, was ich jetzt gerade versucht habe, in der Kürze der Zeit einmal runterzureißen und glauben Sie mir, es könnte den ganzen Tag so weitergehen, was die Technologie angeht. All das sind potenzielle Systeme, die wir nutzen müssen, damit wir Hilfen bringen können für unsere Kleinsten. Ich freue mich auf die Diskussion gleich. Vielen Dank.

Sehr gerne.

30 Min

Abschlussdiskussion

Alle Referierenden & Publikum

KI-Zusammenfassung

Zum Abschluss wird die Tagung als Ausgangspunkt für weitere politische, medizinische und zivilgesellschaftliche Arbeit verstanden. Es wird betont, dass die Inhalte zusammengefasst, weitergetragen und in konkrete Bewegung übersetzt werden müssen. Besonders hervorgehoben werden Vernetzung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und das Einbinden weiterer medizinischer Fachrichtungen. Die Abmoderation endet mit dem Appell, den Austausch fortzusetzen und aus der Tagung tragfähige nächste Schritte entstehen zu lassen.

Ab 15:00 Uhr Get Together & Austausch

Raum fuer Begegnungen, Gespraeche, Vernetzung und den informellen Austausch nach der Tagung.

Aussteller & Industrie

Fachausstellung im Foyer

Wir danken unseren Partnern aus der Industrie für die Unterstützung. Besuchen Sie die Stände während der Pausen für Informationen zu modernster Prothetik und Versorgungstechnik.

Ottobock
Kaphingst
Sanitätshaus Schäfer